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Ein bißchen Wellness und Kultur
Ein Bericht von Anke

Der 3. Oktober stand bevor. In diesem Jahr mal richtig arbeitnehmerfreundlich auf einen Montag fallend und von Meteorologen als einer der wärmsten Oktobertage in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen prognostiziert.

Meine Planung für ein Kultur- und Wellnesswochenende wurde schnell über Bord geworfen. Es sollte ins Elbi gehen!

Nach 3 Stunden im Stau hingen wir, Ingo und ich, dann doch noch bei schönstem Sonnenschein im Bielatal an der Westkante des Baumschulenturms. Wir genossen die Abendsonne und den beeindruckenden Blick auf die Zerklüftete Wand. Und Ingo war selig. Nach endlos grauen und verregneten Wochen in Irland spürte er mal wieder sächsichen Sandstein an den Fingern und ließ sich die so sehr vermisste Sonne auf dem Pelz brennen. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz trafen wir noch auf Christian und Katrin, die sehnsüchtig um den Johanniskegel schlichen. Aber ohne Kletterführer wagte Christian dann doch keinen Zustieg. An diesem Abend wurde es leider für die beiden nichts mehr mit einem Gipfel. Den vielen Baustellen zwischen Berlin und Dresden sei gedankt. Am Samstag steuerten wir noch einmal die Gipfel an der Johanniswacht an. Katrin bestieg, wie nicht anders zu erwarten, mit Bravour ihren ersten Sachsengipfel. Zwischen den Felsen wimmelte es nur so vor Kletterern. An Ruhe war nicht zu denken.

Nachdem wir uns abends an der Assiplatte mit versalzenem Formschnitzel und Bier gestärkt hatten und Christian den Umsatz des Wirts durch den Kauf seiner ersten Sachsenbibel noch mal richtig ankurbelte (der arme Mann muss ja über den Winter kommen), trafen wir noch auf eine Truppe  Bergpunks, die in der Hoffnung auf eine gemütliche Boofe, in das überfüllte Bielatal stapften. Wir freuten uns auf unsere gemütlichen und warmen Kojen im Jugenddorf ERNA in Gohrisch/Papstdorf. Ein echter Geheimtipp für eine FDGB Vereinsfahrten!

Nach einem ordentlichen Frühstück nach Art „Pionierlager" (es fehlte nur der obligatorische kalte Kräutertee mit Zucker. Dieser wurde gegen echten Bohnenkaffee ausgetauscht), düsten wir am nächsten Morgen wieder ins Bielatal um Pit und Jana zu treffen.

Ingos Projekt für Sonntag war der Kluftweg am Herkuleskopf. Der Weg beinhaltet einen ordentlich weiten Überfall/Übertritt vom Massiv. Der Übertritt ist ca. 1,8 m weit und erfordert viel Gelenkigkeit und eine Hose mit elastischem Stoff im Schritt. Wir drei Frauen wurden auf Grund unserer Beinlänge, sowie moralischer und klettertechnischer Defizite,  schon mal vorsorglich aussortiert. Christian erklärte sich bereit nachzusteigen. Pit, Jana und Katrin marschierten weiter zu einem „frauenfreundlichen" Gipfel. Ich positionierte meine Hängematte so, dass ich die abenteuerliche Aktion mit der Kamera festhalten konnte. Und siehe da, ich hatte in meiner gemütlichen Hängematte für 2 Stunden meine kleine Wellnessoase und erklärte nebenbei den vorbeikommenden erstaunten Wanderern, was die beiden Verrückten den da bloß machen. Ingos athletischer Übertritt wurde mit stürmischem Applaus, von den auf dem Weg stehenden Zuschauern, begleitet. Christian folgte Ingo beherzt.

Wieder unten angekommen wurde die Schluchtnadel noch schnell über den Alten Weg geschnipst.

Der Zustieg war wohl ein wenig abenteuerlich und nicht ganz so nach Christians Geschmack. Aber ich kenne das. Ich bin auch schon durch so mache belaubte Rinne gekrochen, um dann eine noch viel vermoostere Quacke zu besteigen.

Auf der Rückfahrt machten wir, Ingo und ich, noch einen Stopp am Senftenberger See. Schnell die Klamotten vom Leib gerissen und unter heftigem huuuu... ins eiskalte Wasser gesprungen. Danach noch einen Abstecher in die Altstadt von Senftenberg.

Da hatte ich doch noch dass, was ich mir für das Wochenende gewünscht hatte. Wellness und ein wenig Kultur. Ingos Übertritt war ja auch großes Kino.

Ich muss endlich mal lernen, mich auch mit weniger zufrieden zu geben!

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