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Suchtfaktor

Immer wenn ein Kletterwochenende ansteht, verfalle ich ins gleiche Suchtverhalten, das Wetter wird online mindestens einmal täglich gecheckt. Umso schlimmer traf es mich als dieses Mal zwei Wochenenden zur Auswahl standen und abgeschätzt werden musste an welchem das Wetter den nun besser ist. Irgendwie kann ich mich von diesem Zwang nicht befreien, auch wenn manch ein Don ja zurecht sagt: „Irgendwas geht immer!“

 

 

 

Na wie auch immer, die Entscheidung ist gefallen und am 15.09. hieß es wieder mal den Volvo tanken und los. Mit von der Partie war diesmal Thomas und so sind wir ganz gemütlich im Sonnenuntergang Richtung Bielatal gerollt. Als wir dann gegen 23:00 angekommen sind, wartete die Boofe unter dem Pumpenwärter an der Herkulesquelle unbesetzt auf uns. Der Weg vom Parkplatz zur Quelle war allerdings einigermaßen feucht, sodass wir nur auf Wind und Sonne hoffen konnten um Samstag kletterbar trockene Steine zu finden.

 

Die weitere Nacht war trocken und am Morgen war es sogar einigermaßen hell. Zum Frühstück hörten wir dann die lieblichen Klänge von rasselndem Metall, welche von anderen Kletterern im umliegenden Wald verströmt wurden und ein lautes sächsisches „Stand“ vom Gipfel des Pumpenwärters rundete unseren letzten Schluck Kaffee ab. Nachdem wir uns mit dem vorschriftsmäßigen Equipment am Auto versorgt hatten, suchten wir unseren ersten Gipfel, den Sonnenwendstein auf. Über den richtig schönen Südriß **III gelangten wir nach oben und erfreuten uns der doch recht klaren Aussicht. Es folgte der Talweg *IV vom Sonny, der mir noch besser gefallen hat, da er schön ausgesetzt zwischen Verschneidungs-, Riß- und ein bisschen Wandkletterei hochführt. Unser weiterer Weg ging dann zum *Trautmannfels mit dem AW **II und einer barfuß Soloerstürmung des AW I der Raupe. Tagesabschluss sollte der Schildkrötenturm mit seinem AW II, da es langsam dunkler wurde und zum abseilen hin leicht zu nieseln begann. Als wir schnell noch zu einer kühlen Blonden in der Ottomühle eingetrudelt sind, wurden wir Zeuge einer Ausbildungsveranstaltung der Bergwacht Sachsen. Plötzlich hielt einer der Kollegen ein riesiges Aluding in der Hand was wie eine mutierte Abseilacht aussah. Auf freundliches Nachfragen hin wurde uns der Radeberger Haken dann ausgiebig als Rettungshaken mit Sicherungsfunktion, eine speziell für den Höhenrettungseinsatz entwickelte Seilbremse nach DIN 34300 erklärt. Schön, dass es die Jungs gibt. Nach ausgiebigem Abendbrot kam dann noch ein alter Kumpel vom Thomas zu besuch, der Jameson, der aber kurz nach Mitternacht aber leider schon wieder gehen musste. J

 

Auch der Sonntagmorgen begann trocken und heute stand die Johanniswacht auf dem Plan. Auf dem Weg zur Wacht sahen wir dann wieder die Bergrettung die fingierte Verletzte quer durch das Gehölz schleppen durfte. Hoffe, dass alle bestanden haben. Im Felskessel angekommen wurden wir von den Tönen einer Bambusflöte begrüßt, klang ganz nett, ging aber irgendwann doch auf die nerven. Irgendein Betonkopfsachse meinte noch für ihn wäre alles ok solange es kein Muezzin wäre der hier schreit. Wir haben den Idioten stehen lassen, dazu gibt es nichts zu sagen und der Johanniskegel war sowieso besetzt. Unser erster Weg führte uns so auf den *Artariastein die nette Wand *V hoch. Schöner Weg, schöner Stein. Oben angekommen sahen wir den Betonkopf auf einem der Nachbargipfel und ganz kurz flüsterte mir mein Teufelchen auf der Schulter zu ich solle jetzt mal ganz laut „Allahu akbar“ schreien, mein Engelchen hat an diesem Tag jedoch gewonnen. Schon beim Zustieg zum Artaria habe ich auf die Johannismauer geschielt und hier vor allem auf die Stumpfe Kante, die sollte nun als nächstes dran glauben. Die VI ist mit den neuen Ringen für mich perfekt gesichert, auch wenn alles problemlos kletterbar war ist es für einen Schisser wie mich immer beruhigend eine sichere Bank in der Wand zu wissen. Der Blick rüber zum Johanniskegel zeigte immer noch fremde Besatzung am Stein, Mist, das Wetter wurde langsam wieder dunkler. Wire haben uns dann noch schnell das Mauerblümchen über den SO-Riß IV geschnappt, als ein lautes Donnergrollen die versammelte Klettergemeinde einfrieren ließ. Thomas und ich waren genau zur richtigen Zeit unten und hatten gepackt, der Kletterfreund auf dem Kegelgipfel wurde erst ziemlich blass, dann ziemlich nass. Nun mal verliert man, mal gewinnen die anderen, so ist das nun einmal. Wir trollten uns einigermaßen trocken als Sieger der Herzen in den Volvo und rollten zufrieden gen Norden.

Sieger der Herzen

 

Ein schönes Wochenende hörte wieder mal viel zu früh auf. Hat viel Spaß gemacht.

 

Thomas und Chrille

 

15. bis 17.09.

 

 

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