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Ins Herz des Sächsischen Felsengebirges

Auf den Spuren von Hans Albers

tmb_00_FalkensteinDa Heiko noch Urlaub, Gotschi frei und ich früh morgens den letzten Auftrag hatte, trafen sich besagte drei am Mittwoch Mittag, um dem Sächsischen Felsengebirge einen weiteren der unzähligen Besuche abzustatten und die, inzwischen fast permanente FDGB-Präsenz, nicht abreißen zu lassen. 

 Nach gemütlichem Einkaufen in Bad Schandau und kurzem Imbiß machten wir uns auf, um in Schmilka über die Breite Kluft das Rauschentor und kurz später die linke Boofe im Rauschengrund zu erreichen. Die klatschnassen T-Shirts wurden erst mal an den Fels gehängt und sich eine gemütliche Zigarette gegönnt.
Der ursprüngliche Plan, am Abend noch den Eckzahn zu erklimmen wurde in Anbetracht des klammen und glitschigen Felses schnell fallen gelassen. Ein neuer Gibbel musste aber noch her und so entschieden wir uns nach kurzer KleFü-Recherche für den Dickwanst G12 in den Affensteinen. Also Sturmgepäck geschnappt und über die Starke Stiege hinüber. Heiko entschied sich für den Gratweg III und tmb_01_Dickwanst_Gipfelsicherte tmb_01_Dickwanst_Gratweg_IIIuns beide samt Gepäck nach, damit wir uns nach dem Abseilen die Aufstiegsschlotte sparen. Auf dem Gipfel genossen wir noch einen wundervollen Ausblick nebelumwabernder Felsriffe unter glutrot untergehender Sonne.

In der Nacht besuchte uns ein Fuchs und stahl fünf Teelichter, sowie drei rote Grablichter. Diese bereiteten ihm offenbar besondere Freude, denn er zerbiss sie frohgemuts. Eben diese Geräusche ließen Heiko aus dem Schlaf schrecken und er konnte ihn inflagranti ertappen und mit einigen geziehlten Steinwürfen in die Flucht jagen. Besonders verwundert schauten wir am nächsten Morgen beim loslaufen, als wir nach 50 Metern ein rotes Grablicht auf einem Felsen sahen der allseitig abfiehl.

Heute wollten wir wieder den Affensteinen zu Leibe rücken. Und so wurde dort weiter gemacht, wo am Mittwoch aufgehört. Der "Spieß" wartete gleich mal mit einem recht alten Gipfelbuch auf, der
Promenadenturm wurde von Heiko über den AW VIIa erstürmt, eine unten überhängende kräftige Leisten- und Lochkletterei.

tmb_04_Promenadensaeule_Bergweg_V

tmb_05_Promenadensaeule_Bergweg_Vtmb_03_Promenadensaeule_Essen 

 

 

 

 

 

Es folgten Promenadenspitze und -säule, wo am Massiv eine Steilreibung abgestiegen werden musste, um aus der wacklicken Position einen weiiiten Übertritt zur Säule zu machen, den besonders Gotschi mutig absolvierte. Weiter zum Weißhorn, an dem der Autor sich die 65.Begehung von Ruhetag holte, einer schönen Fünf mit Ring. Am Gipfel erwartete uns das erste Buch, gelegt von Hasso Gantze. Weiter ging es zum Trabant, den Heiko mU am R eroberte.

tmb_02_BoofeDie Unterstützungsstelle hat allerdings eher etwas mit dem 8. Grad zu tun. Die letze Route des Tages war Pfeilerweg III am 2.Zerborstenen Turm. Der Rückweg kam uns elendig lang vor... In der Boofe war nach Essen, Wein und Zigarettchen alles wieder vergessen fast auch die Rückenschmerzen von Gotschi und Heiko.

 

 

 

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Gruppe um die Rohnspitze vorgenommen. Also zum dritten Mal die Starke Stiege hoch und dieses mal aber oberhalb des Rauschengrundes Richtung Rotkehlchenstiege auf schmalem Pfad gequert, was Gotschi einen Tag später böse Albträume bescherte.

tmb_06_Rohnspitze_Ingotmb_08_Kuester_Orgelspiel_VIIatmb_07_Kuester_Orgelspiel_VIIaAn der Gipfelgruppe angekommen wurde zunächst erst mal der Dompfeiler beschnüffelt, der 10.schwerste Gipfel des Elbi. Von unten sah er jedoch böse aus und wir beschlossen, uns doch erst einmal mit den drei anderen warm zu klettern und ihm zum Schluß von oben zu Leibe zu rücken. Gesagt getan, hatte Heiko auch schon den Gurt an und schlawenzelte um den Küster herum. Große Wegauswahl bot dieser nicht, denn er hat nur zwei. Über das Orgelspiel VIIa mit einem Ring wurde die kecke Felssäule von Heiko erobert. Den Schlüssel zum Erfolg bildete ein Tritt am Ring der sich versteckte und natürlich Mut. Der Gipfel hielt das erste Buch bereit.
Den Domwächter stemmte ich mich über den Weg Spreize V mit R hoch, der nach 30m Kamin noch mit einer recht ungesicherten Reibungskante erschreckte. Einer kleinen Expedition gleich war der Übergangsweg V zur Rohnspitze, welchen Heiko vorstieg. Der Weg hatte noch ein kleines Schmankerl, eine Minigenießerspalte als Abschluss.
Glücklich am Boden bestaunten wir noch legendäre Routen wie Säbel und Dolch, letztere kletterte Wolfgang Güllich solo. Wir ließen uns ein Bier schmecken und aßen Würstchen in der Mittagssonne.

Nun sollte es aber zum Dompfeiler gehen, also über die Stiege hoch aufs Massiv, rum zu den Zerborstenen Türmen und ans Ende des Riffs. Der erste Anblick war, "na irgendwie muss es doch gehen", der zweite Anblick war ernüchternd und gruselig. Wir saßen alle mit Bauchgrummeln auf dem Plateau und keiner hatte ansatzweise Lust einzusteigen. Schließlich band ich mich ein und sagte "ich tmb_09_Dompfeiler_FuerVera_VIIctmb_10_Dompfeiler_FuerVera_VIIcgeh mal gucken". Der AW sah aus der Überfallstellung gruselig aus und so entschied ich mich für "Für Vera" VIIc mit einem Ring. Nach atemlosen Minuten erleichterte ich mich auf dem Gipfel mit einem befreienden Schrei. Wir wurden mit einem Buch von 1935 belohnt. Auf dieses Kletterglück wurde mit sämtlichen Bierreserven angestoßen, ein letztes Mal die Starke Stiege im Abstieg und runter in die Schrammsteinbaude lecker essen. Auf dem Rückweg hörten wir passend zum Alter des Gipfelbuchs Hans Albers...

Bericht von Ingo

 

 

 

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