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Stiefelklau im Morgengrau,

ein Skitourenbericht von HeikoGipfelkreutz auf der Haidenspitze

 

Trotz vielfältiger Werbung im Freundeskreis fand sich keiner dazu bereit, dieses Jahr mit auf Skitour in die Alpen zu kommen.

 

Also fuhr ich allein Richtung Erzgebirge, um Dietmar aus Dittersdorf aufzusammeln. Gemeinsam ging es nach Tirol in den Sellrain. Am Parkplatz in St. Siegmund wurden flink die Ski angeschnallt, um zum Eingehen die ersten 800 Höhenmeter zur Neuen Ankunft an der Hütte in 2308 mPforzheimer Hütte zu bewältigen. Die Hütte liegt wunderschön in einem Hochtal und ist von tollen Gipfeln die zu klasse Touren einladen, umgeben. Das Hüttenpersonal ist superfreundlich, hilfsbereit, entspannt und kocht sensationell. Es war also alles gerichtet für schöne Skitouren. Wenn da der Lawinenbericht nicht wäre.

Hier ein kleiner Auszug vom 20. März 2013: „Die Lawinengefahr in den Tiroler Tourengebieten ist verbreitet heikel, die Gefahr zumeist erheblich. Vor allem frische Triebschneeansammlungen sind störanfällig und können schon durch eine geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen in allen steilen Hängen und Kammlagen aller Expositionen, vor allem über 2.000 m.“kurz vor dem Gleirschen Roßkogel

Da wir nun schon mal da waren, wollten wir die Situation auch mit eigenen Augen betrachten und stiegen als erstes zum Gleirischen Rosskogel auf 2.994 m auf. Der größte Teil der Strecke war eher ungefährlich, da sich das Gelände langsam steigend erhob. Am Gipfelaufbau ging es dann schon Richtung 45° Steigung, wo die Gefahr erheblicher schien. Dort legten wir die Ski ab bzw. schnallten sie auf den Rücken und gingen mit Steigeisen bis auf den Gipfel. Ein toller Rundblick mit anschließender Abfahrt in Super Powder war der Lohn der Mühen. Da noch Zeit war, erstiegen wir noch den Hausberg, den Samerschlag, auf 2.829 m. Die Abfahrt von dort ging direkt bis zur Hütte, wo ein frisch Gezapftes auf uns wartete. Nach einer geruhsamen Nacht sollte es am zweiten Tag zum Zwieselbacher Rosskogel auf 3.081 m gehen.Bergwelt Da sich die Verhältnisse wenig änderten in dieser Woche war unsere Taktik dieselbe wie am Vortag. So kamen wir nach ca. 4 h am Gipfel an und hatten entgegen aller Prognosen wieder einen tollen Rundblick. Die Abfahrt gelang passabel und wir erstiegen noch einen kleinen Hügel, um bis zur Hütte abfahren zu können.

Am Donnerstag sollte es zur Südlichsten Sonnenwand gehen. Zum ersten Mal hatten wir heute eine Gruppe Tourengeher vor uns und so mussten wir nicht selbst Spuren. Wir hielten uns mit Bedacht zurück, da das Spuren ja ganz schön kraftraubend ist und trotteten hinter den Vorgängern her. An der Südlichsten Sonnenwand hatte es dann mächtig viel Schnee eingeblasen und die Truppe fuhr dann vom halben Hang ab. Wir wollten schon mal schauen, was geht und kämpften uns bis zum Gipfelgrad hoch.Schneesturm vorm Gipfelgrat Bei 3.030 m war dann auch für uns Schluss, da der Grad nur aus Bruch bestand und ungesichert nicht zu besteigen war. Wir haben einige Meter gemacht und wer mich kennt, wird wissen, dass ich echt ungern umdrehe. Doch hier war es weder lohnend noch sinnvoll. Die Abfahrt war dann einmalig. Der Pulverschnee war ca. 1 m tief und staubte bis zum Kopf auf. Leider war das Vergnügen von kurzer Dauer, denn den größten Teil des Rückweges mussten wir wieder gehen, da das Gelände zu flach zum Abfahren war.Bergwelt 2

Den Abend verbrachten wir schließlich sehr feuchtfröhlich mit vier Österreichern.

Am Freitagmorgen hatten wir leider auch noch alle einen schweren Kopf. Nach dem Frühstück kamen wir als letztes los und beim Anziehen meiner Skistiefel wunderte ich mich sehr. Man waren diese diesmal eng. Oder lag es am Kopfweh? Hatte ich die Richtigen? Ein zusätzlicher Blick in den Trockenraum zeigte mir, dass es kein anderes Paar Skistiefel mehr gab, also mussten es die richtigen sein. Als ich dann die Ski anlegen wollte, schloss die Bindung nicht. Ich hatte tatsächlich viel zu kleine Schuhe an und irgendein Trottel war mit meinen Schuhen unterwegs. So ein Dreck! Also hieß es Bindung umstellen und hoffen, dass es irgendwie geht. Von den Blasen, die ich mir gelaufen habe mal abgesehen, war der Aufstieg dieses Mal sehr beschwerlich, da Dietmar noch mit den Getränken des Vorabends zu kämpfen hatte. Trotzdem sind wir noch an der Haidenspitze angekommen, die auf 2.974 m ein tolles Gipfelkreuz hat.Dietmar am Kreutz

Wieder zurück an der Hütte war der Bedarf an Tourengehen bei uns beiden gedeckt und wir entschlossen uns zur Rückreise. Zum Glück kam der „Depp“ mit meinen Skistiefeln dann auch zeitnah an. Er hätte sich wohl gewundert, wäre aber nicht auf die Idee gekommen noch einmal zu schauen, woran es liegen könne, dass die Schuhe etwas dunkler waren als sonst und die Bindung nicht passte. Er habe übrigens keine Schuld, da er ja die Stiefel genau da aus dem Regal genommen usw. schon klar, ich erteilte ihm Absolution und wir machten uns aus dem Staub.

Eine knappe, aber tolle Woche haben wir wieder in den Bergen verbracht und ich hoffe, dass es im kommenden Jahr wieder klappt mit hoffentlich größerer Beteiligung.der Autor war auch dabei

 

Heiko  18.03. - 22.03.13

 

 

Kommentare   

# Der Chrille 2013-03-26 13:46
Respekt Herr Baumgart, schöner Bericht. Hoffe mal eine Tour mit Dir machen zu können.

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