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20220617_141516Hitzeschlacht

Der Sommer ist da. Die Temperaturen steigen wöchentlich auf neue Höchstwerte und die Nationalen wie Internationalen Gesundheitsorganisationen empfehlen möglichst wenig Aufenthalt im Freien mit geringen sportlichen Aktivitäten bei direkter Sonneneinstrahlung plus ausreichend Kaltgetränke.
Dies gilt meines Wissens aber nur für Breitensportler im Flachland. Der gemeine Bergsportfreund indes sieht es als besondere Herausforderung den Unbilden der Natur zu trotzen.


So zog es mich am Freitag zur Kleinsteinwand um ein wenig solo zu klettern. Höhlenweg, Neuer Weg, Variante zum Leichten Weg und Leichter Weg konnten erfolgreich geklettert und mit dem mitgeführtem Kaltgetränk begossen werden. Im Vorübergehen zur Buschmühle konnte ich dem Alten Weg am Grünling genauso schlecht widerstehen, wie einem weiteren Kaltgetränk. Zum ersten Mal suchte ich mir tatsächlich einen Schattenplatz in der Mühle bei Sülze mit Kaltgetränk. Wo kommt sie nur her, all diese Hitze?20220617_134058
Stefan war ausgiebig mit den Vorbereitungen für den nächsten Tag beschäftigt. Live Musik von den Bergfinken über Schlappseil bis hin zu Filmvorführungen sollten auf dem Programm stehen und dafür stand reichlich Arbeit an. Bevor der Mühlenwirt auf die Idee kam mich zu Frohndienste zu nötigen, machte ich mich vom Acker gen Sebnitz.
Alsbald kamen dort Antje und später auch noch Arvid, Mika und Qbi an. Die Bettchen wurden aufgeschüttelt und jeder entschwand schnell in selige Bergsteigerträume.IMG-20220708-WA0014
Gegen Acht wurde der erste Kaffee geschlürft um früh gen Affensteine aufzubrechen. Auf direktem Wege ging es im Anschluss vom Beuthenfall zum Heidelbeerturm. Antje empfand den AW Kamin im nachhinein als Hochlicht des Tages. Für andere Teilnehmer der Gruppe sollte dieses noch Folgen. Schnell stand die kleine Gesellschaft auch auf dem benachbartem Greenhorn. Die Sonne stand inzwischen ganz schön steil, so dass die ersten Durstlöscher gereicht wurden. AW am Verwitterten Turm
Bis zum Verwitterten Turm war es nur ein kurzes Stück das trotz brütender Hitze erfolgreich zurückgelegt werden konnte. Der offenbar gängigste Aufstiegsweg zum Gipfel, mit Namen Rauchgeist war schon durch eine andere Seilschaft blockiert, sodass Qbi den Alten Weg mit leichter Moos-Auflage zu nutzen gedachte. Schnell konnten die ersten Meter überwunden werden, obgleich laut Vorsteiger kaum Felskontakt zu verzeichnen war. So wurde aus Vernunftsgründen der geordnete Rückzug angetreten, um Schlimmeres zu verhindern.IMG-20220619-WA0011
Da inzwischen der eigentlich favorisierte Aufstiegsweg nicht mehr belegt war, konnte Qbi über diesen den Gipfel erreichen. Ein wenig hat sich der Vorsteiger dann noch geärgert, weil er den Weg Rauchgeist VIIIa nur Af absolviert hat. Aber mal ehrlich der feine Herr Nachsteiger, der jene Zeile verfasst, ist vor dem zweiten Ring schon mal ins Seil geglitten. Fein hat der Qbi das gemacht!
Inzwischen war uns die Sonne wohl komplett zu Kopf gestiegen, denn wir begaben uns bei 35 Grad im Schatten zur Wolfsspitze. Ein Bierchen hatte ich ja noch.
Ursprünglich wollte ich die Variante zum Felsensportweg klettern, aber eine freundliche am Fuße der Wolfsspitze campierende Bergsteigerfamilie empfahl mir mit warmen Worten den Felsensportweg.
Da wir eine Schwebesicherung eingerichtet hatten und somit der Vorstieg relativ gesichert war, ließ ich mich auf den Vorschlag ein. Die ersten Klettermeter im Riss gingen auch ganz gut, so dass ich bis zum gefürchteten Hundebahnhof vordringen konnte. In diesem lag eine Dauerschlinge, die mir schon von der Bergsteigerfamilie angekündigt worden war. Beim Versuch die Schlinge mit einem Karabiner zu behängen, rutschte diese tief in den Spalt. Nun begann ein endloses Ringen, mit Fluchen, Stöhnen, Jammern und Schwitzen um an die Schlinge zu gelangen. Als mir dies endlich gelang war ich fix und fertig. Ich legte noch eine Affenfaust in den weiterführenden Riss und seilte ab. Bis an jene Stelle waren Frank und Dirk 2018 auch schon einmal vorgedrungen.IMG-20220619-WA0006
Nun wurden die Positionen getauscht, Qbi übernahm den Vorstieg und ich die Schwebe.
Souverän arbeitete sich der neue Mann den Riss empor und überwand den schwierigen oberen Teil gekonnt. Nach kurzer Rast am Ring ging es Stück für Stück im folgendem Querhangel zum Ausstieg. Qbi am Ring vom FelsensportwegMika im Riss vom FelsensportwegDabei konnten die gut gelegten Sicherungen noch geprüft werden. Ausgepumpt und froh erreichte Qbi den Gipfel und orderte als erstes Kaltgetränke. Mika folgte seinem Vater auf den Gipfel und auch ich konnte mit letzter Kraft dem Vorsteiger folgen. Wir waren allesamt total am Ende. Übrigens, die Seilschaft und Wegeempfehler die vor uns den Felsensportweg erfolgreich gemeistert hatten, gehörem dem KV Wolfsspitze an !?GipfelbucheintragWolfsspitze
Am Boden wurden dann die letzten Trinkreserven aufgeteilt und schnellstmöglich der Rückzug eingeleitet.
Als wir gegen 19.30 Uhr an der Buschmühle ankamen, war die Partie schon in vollem Gange. Ein wilder Bergsteigermob pogte zu Schlappseil und der ganze Hof grölte die Lieder der Band.IMG-20220619-WA0005
Wir mussten erst einmal unsere Stimmbänder ölen und zwar mit Bier, viel Bier!
Vor Ort trafen wir u.a. Ingo, Kritze, Toni und wieder Frank, meinen Gartennachbar.
Ein buntes Potpourri an Filmen rundete den Abend ab bevor uns Antje sicher nach Sebnitz fuhr.
Der Sonntag begann wie so oft etwas behäbiger. Tagesziel war der Uttenwalder Grund und da die Kehllochscheibe. Bei erneut sehr heißen Temperaturen war nach der Besteigung dieser über die Ostkante die Luft raus und der Heimreise stand nichts mehr im Wege.IMG-20220619-WA0003
Außer vielleicht ein Eisbecher.

Heiko

  1. 06.-19.06.22

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