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gipfelEiner für alle und alle für Einen
oder
Die fünf Muske(l)tiere

Dirk hatte sich wieder mal freigeschaufelt und konnte am Wochenende mit uns (Tina & Heiko ) ins Elbi fahren.

Schnell war das Ziel Kleiner Zschand ausgemacht und tatendurstig zogen wir drei durch den Quenengrund zur Boofe am Gleitmannsloch, um unsere Schlafutensilien abzulegen. Otto, Herdi und Ingo waren auch auf dem Weg in unsere Richtung. Es war also alles gerichtet um ein schönes Kletterwochenende zu verbringen.

Zur Akklimatisierung stiegen Dirk und ich über den AW auf den Heringstein, um die fantastische Aussicht zu genießen.

Heringshorn – Westkante und Heringsturm – Krawattenkante waren dann die nächsten Gipfel und Wege, die durch Dirk im Vorstieg gemeistert wurden. An der Krawattenkante hatte Ingo im letzten Herbst einen 10 Meter Sturz hingelegt bevor er auf dem Gipfel stand und wir konnten gut nachvollziehen, wie es dazu gekommen war. Nach vier weiteren Gipfeln zogen wir uns in die Boofe zurück, um leckere Halberstädter Büchsensuppe zu verzehren und um diese mit Bier und Wein nachzuspülen.

Die drei anderen Bergsportfreunde ließen noch einen Moment auf sich warten, so dass wir bis zu ihrem Eintreffen unseren Durst schon gut gelöscht hatten. Sie erzählten uns von ihren Besteigungen der Gipfel rund um die Winterbergbarbarine. Bei weiteren schöngeistigen Getränken wurden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet und beim Einschlafen bekam ich den Bärfangkegel nicht mehr aus meinem Kopf. Wollten wir es wirklich wagen dieses Bollwerk anzugreifen?

Mit leichten Kopfschmerzen bin ich dann am Sonntagmorgen aufgestanden. War es der Alkohol oder der verwegene Plan der mir diese Unbilden bescherte? Nachdem Frühstück zogen wir in zwei Gruppen los, um uns noch etwas aufzuwärmen.

Otto und Herdi bestiegen die Winterbergnadel, den Vorderen und Hinteren Versteckten Turm und wir anderen bauten auf die Sprotte und bestiegen den Elfiturm. Dann endlich war es soweit, wir saßen bei Boulette und Brot vor dem Bärfangkegel und besprachen die Strategie wie der Gipfel am besten anzugehen sei. Dirk wurde als würdig befunden den Vorstieg zu übernehmen.Der AW wird im Kletterführer für VIIIa mit Unterstützung angeboten. Ingo wollte als Baumann fungieren und Heiko sollte den Baumann tatkräftig unterstützen. So hatten es seinerzeit H. Dunger, F. Israel , G. Klingelhöffer und J. Classen bei der Erstbesteigung nach Sächsischen Kletterregeln auch gemacht. (nachzulesen im Rölke Seite 325). Otto und Herdi sollten erst einmal als Kampfreserve und Bodenpersonal agieren.

Der Plan war also geschmiedet und Dirk begann behände die Einstiegsspreize zu klettern. Schnell war er auf dem Vorblock und nach kurzem Zögern war der Überhang vorm Ring überwunden und der Ring geklinkt. Jetzt galt es, die Bauleute nachzuholen. Als erster stieg ich bis zu Dirk nach und war mächtig aufgeregt dabei. Nachdem ich mich in einer Nische über dem Überhang eingerichtet hatte, kam Ingo nach. Nun wurde die weitere Taktik besprochen. Zuerst galt es den Baumann gut zu stabilisieren, damit er dem Vorsteiger optimale Dienste leisten konnte. Schnell stand fest, dass Heiko Ingo nicht alleine halten konnte. Also wurde auch noch Otto zur Unterstützung angefordert. Herdi übernahm das Sichern. Dann ging es los. Ingo wurde von uns in Position gehalten und Dirk stieg auf Ingos Schultern, um dann von dort aus das einzige Fingerloch zu angeln, das vorhanden war. Langsam hob Dirk von Ingos Schultern ab und kämpfte sich zum nächsten Zweifingerloch. Ingo dirigierte dabei Dirks Füße und zeigte Tritte an und stabilisierte diese. Ab jetzt war Dirk auf sich allein gestellt. Es galt noch ein Einfingerloch zu erreichen, um dann am rettenden Hangelband nach links zu queren. Wir drei Bauleute hielten den Atem an. Die Anspannung war fast zu greifen. Dirk fädelte noch eine Minisanduhr und verschwand dann aus unserem Sichtfeld. Stand! Dirk hatte es geschafft und wir jubelten zu ihm hinauf. Tina applaudierte vom Winterstein aus, von wo sie uns beobachtet hatte. Nach und nach erstiegen wir voller Freude im Bauch den Gipfel und lagen uns in den Armen. Zu fünft bildeten wir einen Kreis und ließen unserer Freude freien Lauf. Ich muss für mich sagen - ich war richtig ergriffen. Eine großartige Gemeinschaftsaktion hatte ein gutes Ende gefunden. Danke Jung’s! Das Öffnen der Gipfelbuchkassette wurde dann entsprechend zelebriert. Ich mache es kurz, es war noch das erste Buch von 1950 vor Ort. Vorsichtig wurde es aufgeschlagen und beschnüffelt. Dirk durfte schließlich noch ein Sprüchlein für die Jahreserste eintragen. Der Tag war nicht mehr zu toppen und so stand für Tina, Dirk und mich fest dass wir die Rückreise antreten. Die anderen drei wollten noch auf die Sprotte klettern, da Herdi dieses (Bollwerk) noch nicht bestiegen hatte.

einblick
Auf dem Heimweg nach Berlin kam uns noch der Bomätscher in die Quere und so konnten wir Dirk wohlbehalten und satt um 22.30 Uhr in Waldesruh abliefern. Ein unvergessliches Wochenende ging somit zu Ende. Danke nochmals an alle und besonders an Tina, die unsere Sperenzien immer geduldig unterstützt, fotografiert und erträgt.

Ps: Otto und Heiko haben jetzt alle Gipfel im Kleinen Zschand bestiegen. 

Heiko berichtete vom 21. und 22.04.2012

 

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