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Die Insel des Pelops oder Griechen gibt es nicht nur im Bielatal
Ein verspäteter Gruß der letzten Sonnenstrahlen aus 2012.

05 - KorinthWie jede ordentliche Reise, so begann auch dieses Abenteuer schon vor dem eigentlichen losfahren. Sobald man (oder frau) jemandem von der Idee erzählt nach Griechenland zu fahren, erhält man tolle Tipps und Reisewarnungen, einzig das Auswärtige Amt scheint diesbezüglich keine Sorgen um Bundesbürger zu haben. Wenn unsere Obrigkeit keine Bedenken hegt, dann wir auch nicht, also Flüge nach und von Athen gebucht und gut. Unser erster Plan die Peleponnes (es heißt im Übrigen wirklich „die“) mit öffentlichem Verkehr zu erobern erhält 5 Tage vor der Abfahrt einen Dämpfer in Form einer offiziellen Generalstreikmeldung von dem auch der „public transport“ betroffen sein soll. Kurzerhand haben wir also ein Auto bei Car del Mar online angemietet. 

{slide=30.09.2012 Berlin - Athen - Korinth}

Um unchristliche 4:10 klingeln in Schildow, zumindest in unserem Haus, alle Alarmglocken 01 - Auf gehtsund gemahnen zum Aufstehen. Katzenwäsche, schnelles Frühstück, den fertig gepackten Kram in den Volvo geschmissen und ab zum Kurt-Schumacher-Platz um den Vollie dort stehen zu lassen. Wie im Film wartet schon der TXL-Zubringer-Bus auf uns und fährt umgehend nach unserem Einsteigen los. Na das hat ja mal bilderbuchmäßig geklappt, weiter so denken wir uns. Genauso reibungslos klappen dann auch das Einchecken und das Boarden. Der gut vier-stündige Zwangsaufenthalt in Zürich ist zwar nicht schön, aber was soll es, dient ja einem höheren Zweck. Um 16:00 Uhr sind wir bei 30°C und leichtem Wind in Athen angekommen. Merkwürdig ist, dass uns keine wilde Horde Griechen erwartet um uns als Deutsche mit Steinen zu bewerfen, das kommt sicher noch. Der Noname-Autovermieter outet sich dann als AVIS Greece, hat zwar keinen Ford Focus wie gewünscht zur Verfügung, aber mit 220 € für 14 Tage KIA Ceed Station Wagon haben wir eine gutes Fahrzeug bekommen, dass uns mit realen 7,6l / 100 km gut befördern wird, so viel vorab. Um 17:00 überfahren wir dann den Isthmus von Korinth und betreten den uralten und heiligen Boden der Peloponnes (manch einer sagt auch Polipennes oder Penelope oder so). Einem gerade frisch angelesenem uralten Ritual der Griechen folgend kaufen wir uns erst mal jeder ein Souvlaki (Souvlaki), der wirklich gut ist, und schauen verträumt in das tiefe Loch, dass ungarische Ingenieure von 1881 bis 1893 über eine Länge von etwa 6 km und bis über 80 m tief in das Gestein haben graben lassen, unglaublich. Die haben dafür ein Denkmal erhalten. Um 18:00 Uhr sind wir dann in Archea Korinth (Alt Korinth) und folgen der Empfehlung des Reiseführers (von Dumond, sehr zu empfehlen) und finden eine wirklich einfache Unterkunft und eine ausreichend gute Taverne zum ersten Abendessen des Urlaubes. In jedem Laden (Restaurant, Tante Emma Läden, Apotheken..) hängen Flachbildschirme und der Fussball regiert auch hier die Welt. Zum Ouzo mit Eis und Wasser (Nero) gehen wir dann auf die Terrasse (Beranda) mit Blick auf die alten Ruinen der Stadt und genießen den Blick und die abendliche Wärme unserer ersten griechischen Vollmondnacht. 

{slide=01.10.2012 Korinth - Nemea - Tolo}

Wie gesagt, warme Nacht, keine Aircondition und 4 Mann im Zimmer, wenn ich an die 06 - Kunstmalermomentanen deutschen Temperaturen denke ist das jammern auf hohem Niveau. Jedenfalls wecken uns morgens Vögel, Grillen, Hühner und Mopeds zünftig aus dem Schlaf. Ein freundliches fränkisches Pärchen macht uns noch einen Kaffee und nach Gesprächen und Abschied geht es dann endlich los um die Ruinen von Archea Korinth bei Tageslicht zu begutachten, ist schon beeindruckend. Kurz vor der Syrienkrise war ich mit Biene in Damaskus, der Stadt in der Saulus zu Paulus wurde und in einem Korb über die Stadtmauer am Bab Tuma (dem Thomastor) sich vor der Meute rettete. In Alt Korinth hatte Paulus dann gepredigt (Vergleiche die Briefe an die Korinther im neuen Testament). Er war hier scheinbar ähnlich erfolgreich, die damaligen Griechen haben ihn in ein Fass gesteckt und die Straße zum Meer runter rollen lassen, war scheinbar ein netter Zeitgenosse. Soviel zu den alten Bibelgeschichten, wir kaufen ein und fahren nach Nemea. Hier hatte bekanntlich nicht nur Herkules (oder Herakles) den Löwen erwürgt, sondern im alten Stadion haben auch die Olympischen Spiele vor Olympia stattgefunden. Wir essen erst mal Mittag auf dem Parkplatz vor der „Archeological Site“ und müssen danach feststellen, dass wir am Zeusstempel und nicht am Stadion sind und in 10 Minuten zu gemacht wird. Die nette 08 - AusblickDamen am Eingang gibt uns noch kostenlose 15 min. um schnell über das Gelände zu gehen, das Museum ist aber bereits zu. Die Dimensionen in denen damals mit einfachen Mitteln gebaut wurde sind beeindruckend. Wir fahren weiter in Richtung Nauplia und sind finden nach einigem hin und her einen Campingplatz am Strand von Tolo am argolischen Golf. Er heißt Triton II und hat romantische Hütten (mit AC) mit Meerblick. Die Bananen wachsen direkt vor dem Haus und schmecken wunderbar. Wir springen erst mal ins brandende Meer und gehen dann Abends in die Stadt zum Essen. Wir folgen der Empfehlung des Reiseführers in ein Fischrestaurant am Hafen. Das Essen ist klasse, die Rechnung hoch. Der Abend endet in den Hütten (eine für die Großen, eine für die Kleinen) und das Meeresrauschen wiegt uns in den Schlaf. 

{slide=02.10.2012 Tolo}

Das Meer am nächsten Morgen ist spiegelglatt und glasklar. Wir beginnen mit einem gepflegten Café Frapee und finden gleich einen offenen WLAN-Spot des Campingplatzes für das Telefon, das schont die Reisekasse. Die Kinder klagen über einen nächtlichen Mückenangriff, unser Baumhaus war zum Glück davon verschont geblieben. Wir leihen uns noch eine weitere

09 - Frühstück

Taucherbrille mit Schnorchel aus und so ist der Tag ist mit schnorcheln, baden, Muscheltauchen und mit Boulderversuchen an den messerscharfen Küstensteinen so gefüllt, dass wir einen Mittagsschlaf für angebracht halten. Im nächsten Ort, er heißt Drepano, finden wir nach weiterem Schnorcheln ein Restaurant neben einem Meat Market, dass uns mit ausreichend Brennstoff für weitere anstrengende Tage versorgt. Nach einem solch stressigen Tag haben wir uns den Nachtschlaf redlich verdient. 

{slide=03.10.2012 Tolo - Epidauros - Didyma - Tolo}

10 - Asklepios TheaterTag der deutschen Wiedervereinigung, find ich gut, hätte die Biene ja sonst gar nicht kennen gelernt. Um 8:00 wachen wir auf, der Tag beginnt mit Wärme. Heute steht eine Tour , und zu Freude der Kinder, eine Wanderung auf dem Plan. Vorher aber erst mal Frühstücken und die Kinder ins Meer jagen. Da sie das im wesentlichen von alleine tun bleibt uns mehr Zeit für den Café. Der erste Besichtigungsort ist die Ausgrabungsstätte von Epidauros. Das war hauptsächlich eine Kultstätte für Asklepios, den Gott der Heilkunst. Da bei den alten Griechen bekanntlich Alles mit Allem verbunden war fehlt ein Stadium und ein Theater ebenfalls nicht. Ist schon erstaunlich, eine Münze die man in der Bühnenmitte des Theaters auf den Boden fallen lässt ist deutlich in den letzten Reihen zu hören. Die Bühne wird von Touristen, wir sind da keine Ausnahme, gerne benutzt um etwas vorzutragen oder zu singen. Wir fallen da weniger auf, ein deutscher Grieche der stimmgewaltig ein Lied zum besten gibt wird aber von den Aufpassern darauf hingewiesen, dass singen verboten wäre. Wir wissen nicht was er gesungen hat, ist aber schon lächerlich. Das älteste Gebäude des Komplexes ist das Abaton und geht zurück in das 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Hier legten sich die Kranken nieder um im Heilschlaf von den Göttern kuriert zu werden. Biene hat es versucht, der Langzeitversuch läuft. Nun, kurze Zeit nach dem Heilschlaf wird Biene von irgendeinem Insekt gestochen, der Stachel ist noch drin und der Stich ist schnell ausgesaugt, dick wird der Arm trotzdem. Zum Glück ist das hier der Laden vom Asklepios, ich mag mir gar nicht vorstellen, was daraus an einem unheiligen Ort geworden wäre. Es wird Zeit weiter zu fahren. Der Weg führt uns nach Didymas. Hier gibt es zwei riesige Dolinen, Karsttrichter die von Weite gut zu sehen sind. Da wir im letzten Jahr in Rumänien schon welche bewandert haben, entschließen wir uns diese aus zu lassen und machen hier nur Kaffeepause. Ich bekomme am Rande mit, dass sich die im Lokal sitzenden Griechen scheinbar über uns unterhalten und befürchte schon hier mit „Deutschenfeundlichkeit“ konfrontiert zu werden. Als wir den Laden verlassen wollen fragt dann einer ob wir Niederländer oder Deutsche wären. Wahrheitsgemäß antworten wir ihm nur um zu erfahren, dass er von 1965 bis 70 in Spandau gearbeitet hat und noch ein paar Brocken deutsch kann. Wieder nix mit Anfeindungen, freundlich verabschieden wir uns voneinander nach dem Smalltalk. Weiter geht es nach Fourni und wir sind mal wieder froh über die Klimaanlage im Auto, das wäre ja was ohne. Den Weg zu dem im Reiseführer beschriebenen Startpunkt unserer Wanderung finden wir durch Bienes Qualität als Fährtensucher nahezu problemlos, also Wanderschuhe an, Rucksack gepackt und rein in die Schlucht. Uns erwarten schöne Felsen während wir entlang eines ausgetrockneten Flussbettes laufen. Wir können uns gut vorstellen was hier bei Starkregen los sein muss. Ein Stück des Weges später kommen wir an einem neuen VW T5 mit Schweizer Nummernschild vorbei. Zu meinem graus sind hier Kletterrouten im Felsen. So ein Mist, hätten wir in Berlin mal das Kletterzeug, zumindest ein Notfallset, eingepackt aber so geht nix. Das zum Auto gehörende Pärchen treffen wir kletternd etwas später. Auf meine Frage wie lange sie bis hier runter gefahren sind15 - Biooliven antworten Sie:“ 4 Monate über Italien, Sizilien, Kroatien…“ mein voller Sozialneid möge sie treffen. Wir laufen noch ein wenig weiter, finden eine Bioolivenplantage und Granatapfelbäume und drehen dann bald um, schließlich müssen wir ja heute auch wieder zurück. Aus den Bergen führen uns wieder mal fast endlose Serpentinen, diesmal mit tief stehendem Gegenlicht. Zum Glück entdecken wir 17 - GegenlichtOld-George, den letzten seiner Art, noch genau so rechtzeitig wie die Ziegenherde auf der Straße. Ein wenig weiter bekommen wir eine Lektion in griechischer Ladungssicherung, Biene ist begeistert, was Massenträgheit alles festhalten kann, die16 - Old George Bändchen um das Fahrzeug halten jedenfalls nichts. Am Abend probieren wir den zweiten Meat Market am Platz und werden mit dem besten Lammsouvlaki des Urlaubes belohnt, Biene hatte den Hauptgewinn gezogen, der Rest war aber auch vorzüglich. Ein Abendspaziergang zurück zu unseren Bananenhütten rundet den Tag ab. 18 - Ladungssicherung

 

 

 

 

{slide=04.10.2012 Tolo - Nemea - Feneos}

Der vorerst letzte Tag am Meer beginnt, nach wundervollen Träumen, mit ausgiebigem Baden vor dem Frühstück. Das Wasser ist wieder mal kristallklar und Lucie sieht auch gleich eine ziemlich große Qualle. Mir gehen Geschichten von giftigen Medusen durch den Kopf, ich werde aber auf Nachfrage von englischen Profirentnertouristen beruhigt, dass es die Quallen hier nicht auf uns abgesehen hätten. Moritz und ich versuchen uns im Tieftauchen und sind wirklich erstaunt, als Lucie mit Schnorchen und Flossen bewaffnet die 5 m oder 6 m Wassertiefe schafft und zum Beweis eine Hand voll Sand mit hoch bringt. (Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ein einziger Tropfen auf ihrer Nase zu einem Schreikrampf geführt hatte, so ändern sich die Zeiten. Anm. d. Red.) Nun heißt es aber erst mal essen, packen, zahlen und los. Erste Station ist nun das offene Stadium von Nemea. Von unserer Vollblutreiseführerin geleitet kommen wir auch gut an und werden umgehend mit allen wichtigen Hintergrundinformationen versorgt. Da wir die meiste Zeit die einzigen Besucher sind können wir uns die Anlage in aller Ruhe ansehen und unsere ganz persönliche Nemeade abhalten. Die Sportler hatten ihre Spiele damals im Hochsommer bei locker 40°C abgehalten, schon dass ist eine Leistung. Wir fahren weiter auf der Weinstraße, ja die gibt es hier auch, und langsam22 - Eintracht geht es hoch in die Berge. Beim Picknick an der Straße fängt es kurz zu nieseln an, dann fängt sich das Wetter wieder. Die Straßen bleiben abenteuerlich und Biene rettet sich mit einer Extradosis Superpep über die Runden. Merkwürdig ist, dass die Hochebenen zwischen den schroffen Bergen Topfeben sind. Das Spiel aus Wolken, Sonne und Bergen bringt die 23 - Schräge Schilderschönsten Stimmungen hervor. Hinter einem abenteuerlichen Pass gelangen wir auf etwa 600 m Höhenmetern an den stymphalischen See. Hier hatte Herkules die menschenfressenden Vögel besiegt. Zitat Wikipedia: „Die stymphalischen Vögel besaßen eiserne Schnäbel, Klauen und Flügel und konnten damit sogar die Rüstungen der Krieger durchdringen. Zusätzlich konnten sie ihre metallenen Federn wie Pfeile gezielt auf ihre Opfer abschießen.“ Zum Glück24 - Ab in die Berge hatte Kollege Herkules denen ja schon in der Antike den Gar aus gemacht. Die Temperaturen sind zwischenzeitlich auf 15°C gefallen und den ersten in der Reisegruppe beginnt es zu frösteln. Die Berge locken uns und so folgen wir unserem Reiseführer nach Goura, 25 - Hochebeneweil hier eine schöne Pension sein soll. Die Pension ist gut zu finden und wirklich schön, nur 90 € für eine Übernachtung ohne Frühstück etwas zu hoch für unseren Geschmack. Wir beschließen weiter zu fahren, also rein ins Auto und den Serpentinen folgen. Alle weiteren „Tipps“ erweisen sich als schön aber unbewohnt, die Saison ist eben schon vorbei. Lucie und ich springen26 - Doxa noch schnell in den Doxa See und letztlich finden wir in Alt-Feneos in der Nähe des Ortsteiles Panorama (Nomen est Omen) ein schönes zweistöckiges Appartement mit Kamin und fast alpiner Aussicht vor dem Fenster. Der Aroania ist über 2200 m hoch und wir (die Erwachsenen) wünschen uns von oben auf die Peleponnes zu schauen, wir sind die einzigen mit diesem Wunsch. Die freundlich Vermieterin empfiehlt uns noch Yanis Horatiko‘s Restaurant zum Abendbrotessen. Lucie entdeckt zwischenzeitlich eine blauäugige Katze und ist schwer von ihr zu trennen, aber 27 - Griechisches Alpenpanoramawir haben Hunger. Auch im Restaurant merken wir wieder mal nichts von Deutschenfeindlichkeit und mit Händen und Füssen klären wir die Art des Tieres, die Art des Fleisches und seine Zubereitung ab. Das Essen ist super und als ich Yanis dann mit stümperhaftem griechisch nach einem Ouzo mit Eis frage und mich erkundige, ob Ouzo in Griechisch nun männlich oder weiblich ist, erhalte ich nicht nur ein lautes Lachen, sondern auch den Schnaps auf’s Haus zur Antwort. Besser kann ein Tag kaum enden. Ich bin so froh, dass ich mit meiner Familie solch einen „ungeplanten“ Urlaub machen kann, bei „all inclusive“ kann man so was nicht erleben. 

{slide=05.10.2012 Feneos - Maksi - Klitoria - Dimitsana}

28 - SonnenuntergangAm Morgen hängt Nebel tief im Tal und es ist kaum was zu erkennen. Beim Frühstück lichtet er sich dann langsam, die Sonne brennt ihn weg und29 - Morgennebel uns treibt es weiter. Unsere freundliche Vermieterin bemüht zum Abschied ihr bestes Englisch und so verlassen wir, nach dem Abschied von der blauäugigen Katze, das Dorf. Das Endziel des heutigen Tages ist Dimitsana am oberen Ende der Lousius-Schlucht. Göttervater Zeus wurde nach seiner Geburt hier gewaschen. Ja auch Götter wurden dereinst geboren, er war das Kind des Titanenpares Kronos und Rheavon. Vorher wollen wir aber eine kleine Wanderung durch das Gebirge machen. Auch wenn es bis PlaniteroSie haben leider nicht genügend Rechte, um dieses Bild zu sehen. 30 - normale Straßenur etwa 30 km sind gestaltet sich der Weg wieder mal abenteuerlich. Felsstürze die die halbe Straße blockieren und Ziegenherden sind neben den mittlerweile hinlänglich bekannten Serpentinen unsere Wegbegleiter. Vom Dorfplatz aus geht ein ordentlich ausgeschilderter Weg hoch zum Örtchen Maksi. Die Sonne scheint und anfänglich sieht alles nach einem lockeren Weg aus, wären da nicht die Steinlawinen die hin und wieder über den Weg abgegangen sind, wäre er auch locker. So 32 - öffentliches Telefonmüssen wir halt etwas vorsichtiger gehen und statt der angesagten 30 min sind es über 1,5 Stunden geworden um oben anzukommen. Dumm nur, dass der Ort zwar ordentlich aus schaut und auch ein Auto geparkt steht, ansonsten ist er ausgestorben. Kein Hund, keine Katze, kein33 - Dimitsana by Night Mensch in Sicht, ganz zu schweigen von einem Cafeion. Die Stimmung nähert sich dem absoluten Nullpunkt, aber es hilft nichts und so gehen wir denselben Weg wieder ins Tal. Zum Glück finden wir unten ein relativ gutes Fischrestaurant und in Klitoria gibt es noch einen lecker Frappee zur Versöhnung. Mir hat besonders das tolle öffentliche Telefon gefallen. Gut gesättigt, mit frischem Geld aus dem Automaten versorgt und diesmal über gute Straßen geht es nach Dimitsana. In der Dämmerung erreichen wir dann das Dorf und finden unsere nächste Pension Tsiapas trotz der dicker werdenden Wolken und ein 34 - Quizfragepaar Regentropfen ohne weitere Probleme. Der Ort selber sieht wie aus dem Ei gepellt aus. Alles ist neu und schick mitten auf einen Gebirgskamm gesetzt. Scheint wichtig zu sein, sie haben drei Kirchen und eine Bibliothek. Ich habe noch ein Suchrätsel mitgebracht: Wer findet auf dem rechten Bild:

a) Die Blinker

b) Das Nummernschild

c) Das Reifenprofil

d) Das Schutzblech

e) Die TÜV-Plakette 

{slide=06.10.2012 Dimitsana - Der erste Tag}

35 - Dimitsana am MorgenDie kühle Luft der arkadischen Berge hat uns gut getan und so haben wir mückenfrei36 - Neue Philosophen wunderbar lange geschlafen. Tagesziel sind heute die Philosophenklöster an den Hängen des Lousius. Das „Neue“ ist von 1608, das Alte soll vor dem Jahr 1000 gebaut worden sein. Da wir heute faul sind, sparen wir uns den Fußweg und fahren mit dem Auto die knapp 10 km zum Start der kleinen Wanderung. Am neuen38 - Übersetzungen 37 - Gottes SegenKloster angekommen erwartet uns der im Reiseführer beschriebene mitteilungsbedürftige Mönch. Der spricht aber so schnell und undeutlich englisch, dass wir nicht ein Wort verstehen. Seiner Körpersprache nach scheint er uns freundlich gesonnen und lädt uns ein das Kloster anzusehen, auch gegen Fotos im Kloster hat er auch nichts. Später treffen wir einen anderen Touristen der griechisch kann und uns bestätigt, dass er auch in seiner 39 - IkonenHeimatsprache nicht zu verstehen ist. Das Kloster und die Fresken sind beeindruckend, wir spenden etwas und zünden eine Kerze an, man weiß ja nie wofür es gut ist. Vom Kloster aus hat man einen wunderbaren Blick in die Schlucht und auf der anderen Seite ist eine weitere Klosteranlage zu erkennen. Wir wandern den teilweise recht steilen und nach den guten sächsischen Regeln weitgehend ungesicherten Weg zum40 - Alte Philosophen alten Kloster. Das hängt wie ein Schwalbennest unter einem kleinen Felsüberhang und ist an seiner breitesten Stelle kaum mehr als 5 m breit, wenn man die Mauern abzieht. In der Kapelle sind noch Reste der Bemalung in denen irgendein Volltrottel scheinbar seinen Namen geritzt hat. Die Sonne brennt und wir beschließen noch bis zum Lousius runter zu laufen und wenn möglich ein Erfrischungsbad zu nehmen. Unten kommen wir dann an 41 - Ritzeneinen kalten und absolut klaren Gebirgsbach der sich tief in den Hang gefressen hat und an einem Katarakt in die Tiefe rauscht. Da wir wie immer etwas irre sind baden wir so lange es geht trotzdem, auf dem Weg zurück werden wir noch genug schwitzen, das ist sicher. Als wir dann wieder angezogen42 - Eine Irre sind entdecken wir an genau der Stelle an der wir gerade noch saßen einen Skorpion. Es weiß zwar keiner ob der 43 - Skorpionwirklich giftig ist, aber ausprobieren möchte ich es nicht. In Syrien sagen die Leute, zu Schlangen kannst du dich legen, zu Skorpionen nicht. Das Mikis Theodorakis Museum schenken wir uns, die Kinder wollen lieber ins Appartement. Wir liefern sie ab und fahren noch ein paar Kilometer weiter um ein Wasserkraftmuseum zu besuchen. So was Ähnliches hatten wir mal im Allgäu und tatsächlich unterscheidet es sich nicht wirklich. Beeindruckt waren wir aber über den Aufwand den es bedeutet Leder zu gerben, dass hätten wir nicht gedacht. Nach einem mäßigen Abendbrot und einem Spaziergang durch das nächtliche Dimitsana fallen wir in unsere Betten. 44 - Der Katarakt45 - Badende Touristen

 

 

 

 

 

 

{slide=07.10.2012 Dimitsana - Der zweite Tag}

47 - KohlepowerDer Blick aus dem Fenster zeigt das Tal von Tripolis am Horizont in dicke Wolken gehüllt,46 - Steinbock einzig die Schlote der Kohlekraftwerke schaffen es die Schicht zu durchbrechen. Heute wollen wir uns der Schlucht vom Süden her nähern und das Prodromou-Kloster ansehen, dass wir gestern auf der anderen Schluchtseite schon gesehen haben, also geht es gleich nach dem Frühstück nach Archea Gorthys wo Göttervater Zeus49 - Hosenprüfung 48 - Prodromuals Kind von drei Nymphen gebadet worden sein soll. Was der kann können wir auch und so beschließen wir auf dem Rückweg uns hier in die Fluten zu stürzen, zumal es allerlei Gebrechen heilen soll. Bevor wir uns aber abkühlen geht es erst mal den Weg am Fluss hoch und da die Sonne wieder mal kräftig scheint schwitzen wir bald alle. Beim Aufstieg51 - Genesungsbad 50 - Prodromuentdecke ich ein Etwas auf einem Felsenhorn. Da es sich nicht bewegt halte ich es für einen Touristengag, die Kamera zeigt aber, dank des guten Zooms, einen riesigen Steinbock der majestätisch ins Tal blickt, beeindruckend. Dummerweise hat das Kloster Mittagspause und so können wir nur von außen auf die schwalbennestähnliche Konstruktion sehen. Das Kloster soll über 1000 Jahre alt sein, übrig ist davon sicher kaum noch was. Unser Reiseführer empfiehlt ein Lokal in Stiminitza welches leider zu ist und so versuchen wir es noch mal in Diminitza. So nett das architektonisch ist, kochen können die hier nicht. Wir freuen uns auf Meer und Fisch. Wenn alles klappt dann sind wir morgen Abend wieder am Strand. 

{slide=08.10.2012 Dimitsana - Olympia - Gialova}

52 - SicherheitDer Tagesplan treibt uns vergleichsweise früh aus dem Bett. Nach einem schnellen Frühstück heißt es die Sachen rein ins Auto und los. Ich kann es mir nicht verkneifen und schaue in den Feuerwehrschrank im Jotel und bin erstaunt zu welch praktischen Dingen Sicherheitseinrichtungen hier verwendet werden können. Auf der Karte sieht der Weg nach Olympia ganz einfach aus, alles Autobahn. Wir sind wieder mal erstaunt was hier alles dieses Label trägt. Die guten alten Serpentinen sind wieder da und manche Ortsdurchfahrten sind so schmal, 53 - Ortsdurchfahrtdass LKW rangieren müssen um durch zu kommen. Trotz aller Widrigkeiten schaffen wir es im Zeitrahmen natürlich ins alte Olympia. Alt ist hier allerdings nur die Ausgrabungsstätte, der gesamte Ort ist aus dem Boden gestampft worden. Die Anlage ist deshalb nicht weniger imposant, allerdings deutlich mehr besucht als54 - Steinhaufen Nemea. Eine glückliche Fügung will es, dass Kosta Kotsana in der Stadthalle eine Sonderausstellung hat. Der Gute ist ein Ingenieur der es sich zur Aufgabe gemacht hat die Uhren, Automaten, Messinstrumente, Geräte, Maschinen und „Wunder“ der alten Griechen wieder auferstehen zu 55 - klassische Proportionenlassen und diese Dinge nach zu bauen. Leider ist seine Internetseite ziemlich unübersichtlich, zum Glück haben wir uns den Ausstellungskatalog zugelegt aber wer Interesse hat schaut sich unter: www.kotsanas.gr mal um. Nach so viel Archäologie und Ausstellungen sind „nur“ noch gut 110 km ab zu spulen. Mal sehen ob wir noch im Dunkeln ankommen. Wäre ganz nett, da wir ja, wie immer, noch nichts gebucht haben. Um es kurz zu machen, nach einem kleinen Husarenritt kommen wir kurz nach dem Sonnenuntergang im Resort Zoe an. Wieder mal auf Empfehlung unseres Reiseführers. Die Zimmer sind so weit ok und finanzierbar und wir checken. Zum Abend gibt es lecker Schwertfischsteak und, man höre und staune, Quittenbrot zum Nachtisch. 

{slide=09. bis 11.10.2012 Gialova und Umgebung}

56 - ZoeSehr zur Freude unserer Vermieterin haben wir uns in der Nacht entschlossen doch von den Zimmern ins Appartement zu wechseln, da Sie aber trotz sichtbarem Widerwillen nichts dagegen sagt sind unsere Sachen schnell rüber geräumt, eine gute Entscheidung. Es ist wirklich eine schöne Anlage hier. Die nun folgenden Tage sind alle von süßem Strandgammeln geprägt. Lucie und Moritz verschaffen sich etwas Abwechslung durch Badegänge im hoteleigenen Pool und 57 - NixeBiene und ich bringen einen Städtchenbummel in Pylos als Abwechslung ins Rennen. So oder so, das ganze findet um die wunderschöne Lagune von Gialova statt mit schönstem Wasser. Ich muss mir immer mal wieder ins Gedächtnis rufen, dass es Anfang Oktober ist obwohl uns die Sonne den Schädel wegbrennt (zugegeben58 - Sunset, ich bin da prädestiniert zu). Die Einheimischen sagen uns, dass dieses Wetter absolut nicht normal wäre für diese Jahreszeit und wir damit ziemliches Glück hätten. Also weiter baden, schnorcheln, lesen und faulenzen. Jeden Abend dicke Quellwolken zum Sonnenuntergang und jeden Morgen nach dem Frühstück wieder Sonne, wenn Engel reisen. Ich werde dann am letzten Strandtag doch 59 - Voidokilinanoch kribbelig und ersteige das Paleocastro über der Bucht von Voidokilina immerhin 125 Höhenmeter über meinem dösenden Anhang. Der letzte Tag endet dann wieder mit ausgiebigem schnorcheln und einem aufgeregtem Oktopus den unsere Tauchversuche in seinem Vorgarten etwas zu verwirren scheinen. 

 

 

{slide=12.10.2012 Gialova - Kalamata - Levidi}

So langsam geh der Urlaub zu Ende, schade eigentlich. Nach dem Frühstück heißt es61 - und weg Sachenpacken, bezahlen und los. Unser erstes Tagesziel heißt Kalamata, süßes Kalamata, die können nämlich nicht nur Oliven einlagen. Unsere oberste Reiseführerin hat durch gute Recherche vorher und guten Orientierungssinn in der Stadt uns zielsicher zu Athanasiou geführt, dem besten ortsansässigen Süßigkeitendealer. Auch hier hat unser Reiseführer wieder einmal nicht gelogen und wir sind alle froh, dass dieser Exzess nicht zu Magenbeschwerden geführt hat. Heiko, Heiko, da hast du was versäumt. Wir finden in einem Haus den legendären62 - Levidi Atom 8 Aufzug, das Neuste vom Neuen und der wird sofort einer ausgiebigen Prüfung unterworfen. Neben einer Meterdicken Staubschicht auf dem Hydraulikaggregat, einem offenen Maschinenraum, einer wilden Verkabelung, Putzzeug im Maschinenraum und Hydraulikschläuche die ohne Schutzrohr durch das Mauerwerk geführt worden sind ist das Gerät scheinbar ganz gut in Schuss. Uns scheint hier gibt es weder TÜV noch Kone. Schweren Herzens (und Magens) verlassen wir nun die Stadt in Richtung Kapsia. Nach verschiedenen vergeblichen Zimmersuchen werden wir auf einen Tipp vom Hotelmanager in Levidi abgefangen und in sein schönes Hotel geführt. Preis ist ok, Zimmer schön. Merkwürdig ist für mich nur, dass Levidi das griechische Chamonix zu sein scheint, die leben hier im Winter von Skigästen!!! Passend dazu wird es langsam aber sicher kälter, so etwa 20°C und es beginnt leichter Regen. Abends ist der aber vorbei und bei Spanferkel, Kebab und Huhn in einer urigen Gaststätte im Zentrum beschließen wir unseren Tag. 

{slide=13.10.2012 Levidi - Kapsia - Korinth}

63 - KapsiaDer vorletzte Tag bricht an. Nach einem guten Frühstück machen wir uns für unsere Verhältnisse zeitig auf nach Kapsia. Hier sind vor Jahren Höhlen gefunden worden die durch Wasser aus dem Kalkgestein gespült wurden und hier sind riesige Sinklöcher in denen das Schmelz- und Niederschlagswasser einfach verschwindet, keiner weiß genau wohin. Ich möchte ja nicht unanständig sein, mir wäre aber auch egal wohin die laute griechische Rentnerkombo mit ihrem Bus verschwindet solange die nicht mit uns die Führung machen. Aber da die meisten Dinge eben nicht so heiß gegessen wie gekocht werden sind die auch bald weg. Leider kann unsere örtliche Touristenbeauftragte, die Höhlen sind mir Europakohle gangbar gemacht worden, nichts anderes als griechisch. Zu unserem Glück gibt es ein englisches Blatt mit den Highlight die dann wirklich beeindruckend sind. Zwar ist das Fotografieren hier verboten, ein Abschiedsbild dürfen wir aber dann doch noch machen. Nach der Sightseeing-Tour heißt es Abschied nahmen und einen letzten Abend in Archea64 - Zocker Corinthos verbringen. Wir fahren noch schnell auf die Agro hoch, was sich wirklich lohnt und landen dann wieder einmal in einem vom Buch empfohlenen Hotel. Das ist zwar nicht besonders gut, wir haben aber schon schlechtere Unterkünfte erlebt. Scheiße, die Rückflüge müssen noch bestätigt werden, aber als Kenner von Korinth erinnere ich mich an ein Internetcafe im Zentrum und beruhige meine Meute. Dumm nur, dass dieses zu ist. Die Lösung unserer Probleme ist so einfach wie griechisch, der Apotheker am Ort lässt uns alles an seinem Arbeitsrechner erledigen, Kunden interessieren sich nicht für Touristen die zwischen Pillen in Regalen und digitalen Patientenakten mal schnell im Netz surfen. Als wir ihm für die Ausdrucke noch Geld geben wollen dankt er freundlich, nimmt es aber nicht an. Der Abend endet mit lauen 25°C und einem Skatspiel und ganz hinten am Horizont meine ich Deutschland im Schnee zu sehen. 

{slide=14.10.2012 Korinth - Athen - Berlin}

Nun, das war es dann. Raus, anziehen, nach Athen fahren, Auto abgeben (annähernd problemlos), einchecken und ab. Im Dunkel der Nacht erreichen wir Berlin und es ist kein Schnee auf den Straßen. Etwas viel Schlimmeres passiert: Der BVG-Busfahrer der uns vom Flughafen zu unserem geparkten Volvo bringt ist FREUNDLICH, wo gibt es denn so was. Als wir im Bus sitzen fällt Biene auf, dass wir nur zwei Tickets gelöst haben und da keiner von uns den Urlaub als überführter Schwarzfahrer beenden möchte schicken wir Moritz zum Nachzahlen vor. Er kommt zurück mit einem schönen Gruß vom scheinbar Philippinen-Deutschen-Fahrer, er hat uns doch eingeladen und zwei Fahrscheine sind doch genug, was soll man dazu sagen…………. 

{slide=Fazit}

75 - Griechenland

Zwei Wochen Griechenland im Herbst, 1339 km im Auto, bestes Wetter, abwechslungsreiche Natur und eine Menge schöner Erinnerungen. Noch dazu hat uns nicht einer beschimpft, verflucht oder sonst wie als Deutscher angemacht. Kann es sein, dass unsere Medien die Spinner in diesem europäischen Spiel sind??? Wer weiß, wer weiß. 

{slide=Impressionen}

65 - Eidechse 66 - Bergkloster

 

68 - Archea Korinthos

 70 - klassische Proportionen III 71 - Panorama 72 - Schwalbennest

 73 - Blümchen 74 - Blümchen II 76 - Zickenbock

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Kommentare   

# El Präsidente 2013-02-01 09:48
Hallo Leute, passend zum Thema Griechenland, findet heute gegen 23.00. ein Diavortrag am Kegel über ein neues Klettergebiet in Griechenland statt. Hab noch Kapazitäten frei zwecks Transfer.

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