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Geyikbayiri

 Schon vor Jahren, als Herdi und Otto das erste Mal in der Türkei waren, entstand für mich der Eindruck wegen zwei besonderen Steinen auch dorthin reisen zu müssen; dem weißen Stein am Strand von Akyalar und dem direkt hinter dem Camp aufragendem Geyik Sivrisi.

2010 waren wir ageyik_1m Strand und der Stein war in der Tat weiß, die Kletterei rutschig und poliert, die Stände angefressen und die Sonne war schon um halb drei verschwunden. Dafür war die See so rau, dass Schrödi und Herdi ihre Badeambitionen zugunsten körperlicher Unversehrtheit zu den Akten legten. Der Berg hingegen lächelte uns jeden Tag an, irgendwann bin ich mit Otto zu einer Erkundung los gewandert, den Einstieg erforschen. So weit so gut, ein Durchsteigungsversuch endete damit, einen skandinavischen Alleingeher nach Einbruch der Dunkelheit 6 Stunden über den Grat irren zu sehen, was meine Nerven ordentlich strapaziert hat. Gegen Mitternacht war der Typ dann endlich im Wald und außer stolpern konnte im nicht mehr viel geschehen. Als wir am nächsten morgen dann hörten er selbst habe die Nummer als nice fullmoon hike erlebt begann auch sanguinisches Blut zu blubbern. Die Frage warum er 6 Stunden für den Grat benötigte stellten wir ihm nicht.

 

 

2012, Antalya 20 Uhr Ortszeit

Gürkan holt uns vom Flughafen ab und wir sind froh im Auto zu sitzen. Draußen ist es bitter kalt. Sind das Schneeflocken auf der Fahrbahn? Oh Mann, es wäre schön wenn die restlichen 14 Tage sonnen durchflutet wären. Im Camp lernen wir Jürgen kennen der den Berg schon zweimal bestiegen hat, trinken ein Bier und frösteln uns in den Schlaf.

Der nächste morgen offenbart dann das befürchtete, der Geyik Mountain ist verschneit und die Temperaturen lassen auch keinen Zweifel daran zu, dass sich daran so schnell etwas ändern könnte.

Zumindest ist es 1300hm tiefer etwas wärmer. Wir machen erste Gehversuche im fingerfressenden grauen Kalkstein und erkunden die Sektoren Kebap Sol und Alabalik. Dort verändert das Sportgerät dann auch seine Farbe und je mehr gelb und Rotanteile vorhanden sind, desto dankbarer werden die schnell geschundenen Finger. Es lässt sich allerdings auch nicht bestreiten dass die Steilheit proportional zunimmt. Nach zwei Tagen ist uns klar: Wir können graue Reibungsplatten an schmerzintensivem, spitzem und teils rassiermesserscharfem Fels klettern oder wir begeben uns in die Welt der Überhänge mit angenehmerer Felsstruktur und kraftsaugendem Gravitationskoeffizienten, die den Rumpfbereich beansprucht. Was immer wir klettern- es ist anstrengend.

aussenteam_2Am nächsten Tag kommen Tom, Jenny, Dennis, der halbjährige Luan und Mama. Gerade noch rechtzeitig können wir unsere wenig anregende Perfomance in der Luna Park abschließen und wandern gemeinsam zurück zum climbers garden. Unsere Unterkunft besteht aus recht rustikalen Hütten in denen für einen regen Sauerstoffaustausch schon baubedingt gesorgt ist. Die kleinen Bauwerke stehen in einem Granatapfelhain und werden von dem Gemeinschaftshaus überragt. In diesem befindet sich die Selbstversorgerküche im zugigen Erdgeschoss und ein gesonderter Gastrobereich eine Etage darüber. Im Gemeinschaftsraum der Konsumunwillligen bildet ein kleiner Ofen das soziale und emotionale Zentrum, von dem- je nach Versorgungslage mit Brennholz- wohlige Wärme ausgeht. Die sich anschließende Küche ist funktional und verfügt über einen interessanten Kühlschrank. Otto brachte den schönen Vergleich mit einer Vorabendserie, deren Protagonisten als Dinos verkleidet Zerstreuung verbreiteten. Der Kühlschrank war wohl identisch.Das soll alles nicht negativ klingen, es ist simple, heimelig und funktioniert und vor allem gibt es keinen drum and bass.Wer sich nicht selbst bekochen möchte, findet eine Treppe höher kulinarischen Hochgenuss. Die Speisekarte offeriert verschiedene Salate, Pasta und Steaks. Und letztgenannte sind schlicht der Hammer. Als am nächsten Tag Torsten und Erik eintreffen sind wir über die Versorgungslage am Fels und im Haus bestens im Bilde.

 Die Anfängliche Kühle weicht und so klettern wir was das Zeug hält in unterschiedlichen Konstellationen durch die Sektoren das es eine wahre Pracht ist. Im Hinterkopf meldet sich der Wunsch den Berg in Angriff zu nehmen, allerdings hat sich dieser seit unserer Ankunft kaum verändert. Unsere Chancen ohne Steigeisen dem Schnee, oder was auch immer das weiße Zeug da oben sein mag, beizukommen lassen selbst beherzte Optimisten kleinlaut werden. Dazu gesellt sich der Wetterbericht in Form von heftigen Niederschlägen ab übermorgen, welche in Höhenlagen selbstredend nur als Schneefälle niedergehen können. Ich konfrontiere Otto mit dem Unausweichlichem, wir müssen da hoch-morgen- und ernte schlagartig einen Korb. Beim Versuch das zu verdauen enden irgendwann unsere Alkoholvorräte. Nun gut, dann halt Sportklettern, mit Kopfschmerzen. In der folgenden Nacht entlädt sich über dem Camp ein Gewitter wie ich es noch nie erlebt habe. Ich vermute das niemand geschlafen hat.

Der Donner, der in Sekundenbruchteilen auf den gleißenden Blitz folgt entfaltet ein solches Bassfundament, dass unsere Hütte wackelt oder schwingt. Auf jeden Fall bewegt sich der Boden und draußen entladen sich beeindruckende Kräfte gepaart mit intensivem Regen. Das Schauspiel dauert eine gefühlte Ewigkeit in dessen Verlauf mir die Optionslosigkeit in Sachen sicherer Evakuierung bewusst wird. Am Morgen zeugen nur noch die Pfützen im lehmigen Boden vom Unwetter. Naja, und der Berg ist natürlich noch weißer als zuvor.

 

An Milles Geburtstag planen wir ein Strandfrühstück und den anschließenden Besuch der Konglomeratfelsen bei Kemer. Auf geht’s, ein schöner Strandabschnitt wird gefunden und die mitgeführten Speisen werden vor traumhafter Kulisse ihrer Bestimmung zugeführt. Zwischendurch werden wir mit Kaffe des Strandeigners verköstigt, ein Strandläufer rundet das Geschehen ab und nach sonnigen 2 Stunden sitzen wir wieder im Auto auf der Suche nach Fels. Als wir den Bayrak finden wird die Ostwand zum einzig lohnenden Ziel erklärt und Otto gewinnt den Vorstieg. Über die Felsen hörten wir zum ersten Mal von Mischa der mit Ali um 2003 unterwegs war. Leider hörten wir wohl nicht so genau hin, den ansonsten hätte uns seine Geschichte vom Sturz in einen ausbrechenden Haken, und davon gibt es keineswegs zu viele, vielleicht zum intensiveren Nachdenken angeregt. Nun denn, Otto steigt im für Kemerverhältnisse überdurchschnittlich festem Gestein wie auf rohen Eiern dem Gipfel entgegen. Nach den Tagen im bombenfesten Kalk um Geyikbayiri erscheint das Lehm-Schotter-Mergel-Konglomerat als nur bedingt kletterbar. Egal, wir wollen da hoch und außerdem hat irgend ein irrer Sachse dem Weg ein Sternchen verpasst. Unter den wachsamen Augen der mittlerweile herbei gerannten Dorfjungen folgen Thorsten und Mille Otto auf dem Gipfel während ich die Jungs ein wenig näher kennen lerne. Ich erfahre was Stein auf türkisch heißt, versuche ihnen die drohende Gefahr am Wandfuß zu erklären. Dann demonstriere ich auch gleich was gemeint ist. Keiner meiner Vorkletterer hat nennenswerte Brocken zur Erde geschickt und so mache ich mich frohen Mutes auf den Weg. Etwa in Wandmitte blinzelt mich eine Monsterkartoffel an um die ich im Vorstieg mit Sicherheit eine Fusselschlinge drapiert hätte. Beim Versuch mich seitwärts zu bewegen habe ich plötzlich den mehrere Kilo schweren Stein in der Hand, darunter ist nur Lehm, und kann gleich mal das Gelernte anwenden. Insgeheim ärgert mich das Missgeschick und ich klettere noch vorsichtiger. Der Rest der Gruppe verzichtet aus unterschiedlichen Gründen auf die Besteigung des Haufens und nach kurzer Gipfelrast seilen wir uns ab und machen uns auf den Heimweg. Der Abend bietet dann noch leckeren Fisch im Alabalik Restaurent kurz vor dem Camp.

Nach dieser Erfahrung wissen wir den Kalk vor der Haustür noch einmal anders zu schätzen und so vergehen weitere Tage mit Highlights wie Versuchen in Brasilia Carnaval 7a, Duo Stattione 7a, Schach matt 6b+ - zwei Seillängen in Traumgestein mit Mille, Halva 6b+ und vielen weiteren schönen Touren. Eines Abends, Otto und Erik hatten einen Rekonvaleszenztag eingelegt, holen uns die Jungs von Felsen ab und ich bin platt wie lange nicht mehr. Otto nicht. Der ist irgendwie aufgekratzt, redet wirr und erklärt er will auf den Berg. Ich für meinen Teil kann mich nicht so recht wehren, will nur noch essen und ein Bier, Schlaf und vielleicht noch nen Versuch in meinem Projekt. Aber Otto bleibt hartnäckig und führt aus, dass wir nur noch eine Chance haben den Berg zu besteigen-und zwar morgen. Bei näherer Betrachtung des Berges, der noch immer mit prachtvollem weiß im oberen Bereich glänzt, halte ich unsere Erfolgsaussichten für eher überschaubar. Wir wollen beim klingeln des Weckers zu entscheiden ob wir gehen oder nicht.

Der Klang von Hells Bells 2 Meter neben mir reißt mich aus dem Halbschlaf. Otto ist aufgestanden und rumort im Bungalow, ich hoffe ich träume noch. Wie spät mag das sein? Draußen ist es dunkel, die Sterne funkeln klar und ich trotte zur Küche. Otto grinst, bereitet Kaffee, wir würgen uns Kleinigkeiten rein und nehmen noch ein paar Nüsse mit. Am Bungalow packen wir dann die Sachen zusammen, sorry Mille, und wandern in den anbrechenden Morgen. Es ist angenehm still als wir das Josito passieren und über den Fluss springen. Kein Hund bellt und wenig später befinden wir uns im Wald, streben dem Berg entgegen. Glut rot geht über dem Mittelmeer die Sonne auf und verkündet neben einem schönen Tag auch den Verdacht, das wir spät dran sind. Eigentlich wollte ich jetzt am Einstieg sein oder besser schon etwas darüber. Sei´s drum. Wir erreichen den Grat gegen 8 Uhr. Eine flache Platte lädt zum zweiten Frühstück und gegen halb neun schultern wir die Rucksäcke und steigen los. 

Die ersten Meter sind unbequemer Verschneidungskamin und der Rucksack hilft nicht wirklich. Es folgt leichte Kletterei mit hohem Vegetationsanteil bis zu einer markanten Wandstelle. Bis zu diesem Punkt war ich im letzten Jahr allein gestiegen, was nun folgt ist Neuland. Wir suchen uns die vermeintliche Schwachstelle in der Wand, einen scharf aussehenden Riss der sich nach 10 Metern verliert und zum offensichtlichen Grat führt. Da wollen wir hin, Otto steigt langsam vor und postuliert das geht schon. Anhand der Stimmlage kann ich erkennen, dass es etwa so gut geht wie damals in der oberen Grenzweghöhle. Ich lasse Otto ein wenig Raum und folge ihm. Der Riss sah viel leichter aus als er sich klettert, Fehlertoleranz gibt’s hier schon mal keine. Glücklicherweise erreichen wir bald den Grat und folgen diesem bis er sich in einer Wand verliert. Nach kurzer Traverse erreichen wir den eigentlichen Grat, so glauben wir, und steigen zügig voran. Die Sonne wärmt uns ausgiebig, der Weg scheint klar und wir haben gute Laune. Was das auch immer soll mit dem ganzen Zweifeln! Nachdem unser Gratstück in einem kleinen Wald endet stehen wir vor einer Wandstelle und wissen nicht weiter. Eine Verschneidung bietet sich an aber die Kletterei ist mir zu heikel und ich versuche es etwas weiter rechts. Meine innere Stimme meldet Zweifel an, ob wir den richtigen Weg gehen. Der Originalweg ist mit einer Stelle im vierten Schwierigkeitsgrad beschrieben, der Rest oft sehr viel leichter. Nun, ich sag mal wie´s ist: Weder die Stelle vorhin noch das hier passt so recht dazu. Nachdem die Stelle überwunden ist muss ne Rast her, haben wir uns auch redlich verdient. Der Wald am Wandfuß ist verdammt klein geworden, die gegenüberliegenden Gipfel haben wir an Höhe fast erreicht und links von uns steht der prachtvolle Bergpunkspfeiler. Die Sicht auf den Gipfel ist dank der omnipräsenten optischen Interferenz dahingehend getrübt, das wir glauben danach greifen zu können, aber ohne Übertreibung dürfen wir uns über die Halbzeit freuen.

bergsteigerotto_mittelteilbaum

Ein kleiner Steinmann lotst uns auf den Kamm. Der Kalkstein ist sehr rau und fühlt sich großartig an. Der Reibungskoeffizient erinnert mich an Sandstein, das ist aber auch notwendig, finden sich zwischen den Felsen immer größere Ansammlungen von überfrorenem Schnee. Es ist unmöglich Stufen in die glasige Substanz zu schlagen und so vermeiden wir den Kontakt weitestgehend in den Felsen. Das dies noch ein Nachteil sein würde erfuhren wir dann im Abstieg.

weit_obenotto_IIVorerst ist der Weiterweg klar, hoch da, schon bald wird es flacher und der überall liegende Schnee wird zum größten Hindernis. Wir klettern mittlerweile im Schatten als Otto und ich fast zeitgleich rote Punkte an den Felsen ausmachen, Orientierungshilfen über die ich bei schlechtem Wetter sehr froh wäre. Wir folgen diesen und nicht unserer Intuition und laufen immer mehr in die Nordwand. Hier ist es überwiegend flach, die Vegetation nimmt wieder zu und die Schneedecke ist geschlossen. Links von uns der Gipfelgrat, gefühlte 60 Höhenmeter trennen uns. Der Kampf durch den verschneiten Wald erscheint uns surreal, ohne den Schnee könnte man hier sicherlich mit Tevas spazieren gehen- nur leider nicht heute. Irgendwann nötigt mich Otto das Kletterseil aus dem Rucksack zu holen und hat damit vollkommen recht. Sicherungspunkte sind nunmehr Wurzeln und Bäume, die besten Tritte sind die Ausaperungen direkt an den Felsen. Die Vorbewegung ist anstrengend und zermürbend langsam. An einem Baum hole ich Otto nach und sondiere den Weiterweg. Nach rechts zieht eine Schneezunge um dann nach links direkt zum Grat zu leiten. So vermute ich zumindest und stelle schnell fest das ich diesen Weg nicht schaffe. Gut, dann direkt. Hinter unserem Standbaum erhebt sich eine Wand, gut 10 Meter, danach werde ich weitersehen. Ich hebe ab und finde eine schöne Schuppe, ah, Schlinge drum, weiter klettern. Äh, doch nicht, die blöde Schuppe löst sich und ich habe gerade noch Zeit das verdammte Mistding nach rechts, weg von Otto, zu stoßen und befinde mich unversehrt im Sicherungsbaum. Das Spektakel spielt sich in einer Höhe von 3 Metern über Otto ab. Wir sind ein wenig perplex. Ich krabbele zurück und erbitte einen letzten Versuch an der Schneezunge. Das Stückchen ist einverstanden und ich konzentriere meine ambivalenten Emotionen in den Wunsch wenigsten noch diese Seillänge zu schaffen. Nach 5 Metern fasse ich an eine Wurzel und habe einen Sicherungspunkt, 20 Meter weiter mach ich an einem Baum Stand. Beim nachsichern wird mir sau kalt und nur 30 Meter über uns stehen die Bäume auf dem Grat in der Sonne. Der potenzielle Weiterweg schaut wenig viel versprechend aus, entweder brüchige Wand-hatte ich grad oder vereister Schnee- hatte ich auch gerade. Otto kommt nach und wirkt nur mäßig begeistert. Ich kann´s verstehen. AC/DC erlöst uns, der Wecker zum Umkehren-es ist 12 Uhr. Einerseits würde ich gern weiter steigen, andererseits ist der Rückweg nicht zu unterschätzen und wir sind viel weiter gekommen als ich gestern vermutet hatte. stecken geblieben

Wir seilen uns 2 mal 40 Meter an Bäumen ab und stehen im Wald. Da wir kaum Spuren hinterlassen haben verlaufen wir uns promt und müssen ein gutes Stück zurück gehen bis wir erste Fusstapsen finden. Besser.Wir steigen weiter durch den Wald und können den Abstiegsweg sehen, schaut verdammt weit aus, die Bäume am Wandfuß bilden amorphes grün. Irgendwie erscheint uns das Gelände allerdings gänzlich unbekannt auch wenn wir vorsichtig absteigen können. Die Auflösung kommt dann in Form eines Steinmännchens rechts von uns, wir queren und bemerken die Anstrengungen des Aufstiegs. Ottos Knie meldet sich schon seit geraumer Zeit und behindert ihn ordentlich. Weitere Aufstiegspuren fehlen nahezu komplett und wir tasten uns tiefer, immer auf der Suche nach den Steinmännchen. Wieder Hells Bells und wir wissen es ist 15 Uhr. Ein Blick nach oben und unten verrät unsere Gegenwart im oberen Teil des Berges, der Gipfel leuchtet im Sonnenschein und wirft länger werdende Schatten in die Ebene. Oh Mann, langsam wird mir mulmig. Wir haben viel zu lange für den Abstieg bisher gebraucht. Glücklicherweise wird dieser bald eindeutiger und wir verlieren nachhaltig an Höhe. An unserem Rastplatz am Ende des Kamms ruhen wir aus und trinken unser letztes Wasser, davon hatten wir schon mal nicht genug mit. Abseilen und weiter. Der folgende Grat erweist sich als brüchig, wir klettern vorsichtig und finden an seinem Ende eine Umgehung für die erste Wandstufe. Sehr gut. Das hätte ich nicht abklettern wollen. Der Rest bis zum Wandfuß ist eher Formsache und so sitzen wir bald glücklich und durstig nebeneinander und nehmen ein Video für Herdi auf. Der Marsch durch die Wälder in Richtung Camp fordert von Otto große Leidensfähigkeit, da das Knie mittlerweile den Dienst fast vollständig verweigert. Es wird dunkel und wir erreichen das Camp 13 Stunden nach unserem Aufbruch gegen halb sieben als Mille, Thorsten und Erik gerade zum Restaurant losfahren wollen. Wir werden begrüßt wie die verlorenen Söhne und ins Auto verbracht, es folgt leckeres Essen und komatöser Schlaf. Am nächsten Tag staunt Otto über Thorsten Heilkunst und ich über das Bewertungspech der Erstbegeher der drei Seillängentour MPW.

Damit lassen wir es klettertechnisch ausklingen, besichtigen die mächtigen Grotten in Trebenna und besuchen in Antalya Barbier und Hammam. Wat ne Packung. 24 Stunden später bin ich in Lichtenberg.    Ich werde wohl zurückkehren.

 

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