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Jetzt bloß nicht geil werden, Mario!0 Der Bärfangkegel, Objekt der Begierde

Nach jahrelanger ausgeklügelter und höchst professioneller Planung gelang es uns endlich das Projekt Bärfangkegel in Angriff zu nehmen. Die Protagonisten hatten Zeit, das Wetter verhieß nur Gutes und alle waren durch eisenhartes Training gestählt und bestens vorbereitet.

Bereits um 9:00 Uhr gab es ein konspiratives Treffen an der Felsenmühle. Die Ausrüstung wurde sortiert, erste niveauvolle Fachgespräche geführt (z.B. in Form von Witzen, deren Pointe in dem Satz „Jetzt bloß nicht geil werden, Mario!“ bestand - was zum geflügelten Wort des Wochenendes gewählt wurde Anm. d. Red.) und der Aufstieg in den Kleinen Zschand konnte beginnen.

1 Freudiger Zustieg 2 Chemtrails über der Hexenspitze 3 Am Ring der Hexenspitze

Chrille, Holger, Jens, Tom und ich marschierten zur Hexenspitze, wo die Erwärmung für den nominal schwersten aller Elbsandsteingipfel durchgeführt werden sollte. Die Pfefferkuchenkante mit ihrem weit oben befindlichen Ring wurde angegangen. Die etwas moralische Kletterei bis dorthin ließ sich zwar gut bewerkstelligen, aber trotzdem gab es allgemeines Durchatmen, als das Seil in die Exe schnappte. Nach dem Ring ließen sich unerwarteterweise noch ein paar richtig gute Schlingen in einer Rissspur versenken, was dazu führte, dass sich recht flott alle Klettersportteilnehmer auf dem Gipfel einfanden. Erstes Ziel erreicht und alle noch am Leben!

Der Bärfangkegel erforderte dann einiges an Organisation, da eine Schwebe eingerichtet werden sollte, der Fotograf positioniert sowie die später eintreffende Judith miteinbezogen werden musste. Reiseleiter Holger dirigierte alles hervorragend, sodass das Seil just in dem Moment von oben herabschwebte, als Holger, Chrille und ich nach der Einstiegsrippe alles für Baustelle und Weiterklettern vorbereitet hatten. Tom und Jens, als Abteilungsleiter für Sicherheit und Medien auf dem Massiv arbeiteten reibungslos.

4 Der Einstieg zum Glück 5 Kurze Zwischenrast 6 Höhlenbilch im Bärfangkegel

Alle Zahnrädchen griffen ineinander. Premium-Baumann Holger stellte sich in Position und wies mich an, probehalber einen simulierten Besteigungsversuch zu beginnen, Chrille stabilisierte das System nach Kräften aus der Höhlung. Doch es gab nicht so richtig viel im leicht überhängenden Gelände. „Noch zwanzig Sekunden, dann musst du runter von mir!“, lautete die Ansage. Da war er der Seitzieher! Fuß in den Tritt und ab ging die Post. Noch zweimal ziehen, raus aus der Düsternis, rein in die Sonne und dann hatten wir ihn, den lang ersehnten Gipfel.

7 Aufmerksames Sicherungspersonal 8 Die letzten Meter der Querung

Perfekt im Zeitplan gelangte Judith derweil zum Wandfuß. Binnen kürzester Zeit kletterten alle Jugendlichen nach oben. Tom seilte vom Massiv ab, Holger musste als letzter die undankbare Aufgabe des Nachsteigens ohne Baumann erledigen und Judith hatte Schnaps dabei. Super gelaufen.

9 Der Beweis 10 Glückliche Jugendliche

Als Sahnehäubchen des Tages stieg Tom für die anderen Teilnehmer noch per AW mit souveräner Leichtigkeit auf den Yeti und sorgte für allseits glückliche Gesichter. Darauf ein, zwei Bier in der Buschmühle und ab in die Falle.

12 Gipfelaufschwung am Yeti

Tags darauf fuhren wir in die Schrammsteine, da der angekündigte Regen dem Klimawandel zum Opfer gefallen war. Mit der Schrammsteinturm-Ostkante konnten Körper, Nerven und Moral gleich wieder auf Betriebstemperatur gebracht werden. Steilreibung mit Ring und gutem Sturzgelände. Dann ging es zum hintersten der Schrammsteine, der Sonnenspitze. Chrille hatte eine Empfehlung für den Schartenwinkel, eine Bernd-Arnold-Route ausgesprochen. Da wir mit seinen Empfehlungen bislang immer gut gefahren waren (LINK), stiegen wir die Einstiegskamine zur Scharte hinauf und freuten uns auf die Kletterei. Praktischerweise war die Kletterführernummer des Gipfels unten angeschrieben. Niemand konnte sich verlaufen. Warum nicht gleich so!

Los ging es mit einer recht steilen grünen Verschneidungsrampe, die nur mit zwei äußerst fragwürdigen Sanduhren abgesichert werden konnte. Der Ring befand sich ausnahmsweise mal in recht sportlicher Höhe (eigentlich überflüssig zu erwähnen). Da waren dann schon ein paar interessante Kletterzüge vonnöten, um Höhe zu gewinnen. Nach dem Ring (wieder deutlich hörbares Aufatmen bei allen Beteiligten) mündete der Weg in eine steile runde Rinne, an deren Beginn eine ganz passable Fünferschlinge gelegt werden konnte. Dann hieß es losmachen und mal die Backen fest zusammenkneifen. Durch Tasten fanden sich gottlob immer wieder passable, bis dato unsichtbare Griffe, über die man nach ernster Kletterei, weit über der Sicherung, auf den feinen Gipfel gelangte. Das war dann auch den einen oder anderen Gipfeljauchzer wert! Technisch anspruchsvoll, durchgängig schwer, aber richtig gut. Für mich persönlich das Hochlicht des gesamten Wochenendes (Jetzt blos nicht geil werden, Mario!)

13 Schrammsteinspitze

Auf Holgers Empfehlung genossen Tom, Jens und ich noch den „Satansbraten“, eine feine Reibungskletterei im unteren siebten Grad auf den (fast) gleichnamigen Gipfel. Holger und Chrille absolvierten eine abendliche Genusstour über den Wildschützensteig in Richtung Schrammsteinaussicht auf den Schrammsteinwächter und den Jubiläumsturm, dann war Feierabend! Genug für heute.

Nachdem wir noch zwei im Wald verirrte Mädels vor dem sicheren Verschmachten gerettet hatten, begaben wir uns zu Onkel Toms Hütte, wo dieser schöne Klettertag bei Grillduft, Bier und Wein ausklang.

Am dritten Tag trafen wir uns in Rathen, damit wir die Tage genüsslich abrunden konnten. Durch den schönen Raaber Kessel lustwandelten wir zur Raaber Scheibe, absolvierten den kurzen Rippchenweg und zogen hinüber zum Raaber Kegel. Eine Fünfer Genusstour sollte es sein, die früher AW, jetzt einfach „Verschneidung“ heißt. Anscheinend hatten sich „AW-Begeher“ mit älteren Anrechten gefunden, denen diese Umbenennung geschuldet war, vielleicht gab es Markenrechtsstreits darum. Ein bisschen Handriss, eine Prise Kamin, etwas Schulterriss und viele gute Schlingen führten zum Gipfelglück. Meine Gewissensbisse erwiesen sich gottseidank als unberechtigt, da sich alle Klettersportteilnehmer einig waren, eine wirklich schöne Route geklettert zu haben. Ende gut, alles gut.

Mit der Seilschaft auf dem Nachbargipfel tauschten wir dann einige Scherzworte aus („KV Feeling B.“ und das Thema Legasthenie spielten dabei eine wichtige Rolle.) Freundlicherweise ließen sie uns ihre Abseile benutzen, was uns eine Menge Aufwand sparte. Tom und ich wanderten zum Basteiparkplatz und beendeten erschöpft, aber zufrieden dieses denkwürdige Wochenende, Holger und Chrille folgten kurz danach.

Als Protokollant dieses denkwürdigen Wochenendes befliss sich der überaus eloquente Frank T. aus B.

P.S.: Unser Abteilungsleiter Medien hat peinlich darauf geachtet nicht irgendwo in einem Bild zu erscheinen. Ein solches Verhalten wird hiermit mit einer öffentlichen Rüge geandet!!!

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