Meteora im Frühjahr
Olaf rief mich im letzten Jahr ganz aufgeregt an. Er habe einen neuen Meteora Kletterführer und hätte gerne einen Kletterpartner für eine Spritztour dorthin. Tina und ich waren vor fünf Jahren schon einmal da und hatten gute Erinnerungen, also sprach nichts gegen eine Zusage.
So trafen wir uns Mitte April in Thessaloniki und fuhren gemeinsam zu den Klöstern und Felsen von Meteora.
Olaf schwärmte während der Autofahrt ständig vom Traumpfeiler am Heiligen Geist und das großartige Panorama von Meteora nahm uns bei der Ankunft sofort in Beschlag.
Leider regnete es am Montag, so dass wir nicht klettern gehen konnten. Eine umfangreiche Wanderung war aber möglich und wurde zum Erkunden von Kletterzustiegen genutzt.
Für Dienstag war stabiles Wetter angesagt, sodass dem Traumpfeiler nichts mehr im Wege stand.
Geklettert wird in Meteora an Sandsteinfelsen mit großen und kleinen Einlagerungen von Kieseln, genannt Konglomerat. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man sich fast immer an diesen Kieseln festhält oder auf welchen steht.
Als Sicherungstechnik sind Friends, Keile, Knoten und Bandschlingen nötig. In übersichtlichen Abständen locken Bohrhaken und gerne auch mal Sächsische Ringe. Die Routen sind gut saniert aber die Ringabstände teilweise beachtlich.
Der Traumpfeiler am Heiligen Geist wurde von Olaf und mir in geteilter Führung geklettert. Es war wirklich traumhaft, 250 Meter, 9 Seillängen mit der Höchstschwierigkeit V+ was Sächsisch VIIa
entspricht. Wir sind ca.10.00 Uhr eingestiegen und waren gegen 14.00 Uhr auf dem Gipfel. Hans Zack hat die Tour mal mit einem Seilpartner in 23 Minuten geschafft, da waren wir noch nicht mal am ersten Standplatz. Na ja, wir sind eben Genießer.
Mittwoch war dann wieder Wandertag auf Grund von leichtem Landregen.
Am Donnerstag durfte Tina auch ins Geschehen eingreifen und ein paar Routen an der Schmalen Wand klettern. Highlight des Tages war der Klettergipfel Pfaffenhütchen, wo wir die 11. Begehung der Route Abendliche Startprobleme holten.
Am Doupianifelsen trafen wir am Freitag zwei Englische Kletterlegenden. Steve Scott und Nick Wharton. Sie kletterten eine Route nach der anderen ohne große Pausen, wir befassten uns nur mit drei Wegen.
Der Samstag wurde zur Besteigung des Heiligen Geist Wächters genutzt. Geklettert wurde an der Südwestkante, sechs Seillängen, 180 Meter wieder in geteilter Führung für V+. Absoluter Genussweg und Tina konnte prima von der Unterkunft zuschauen.
Leider ist so eine Woche wie immer viel zu kurz. Am Abreisetag stiegen wir zu dritt noch einmal eine schöne Mehrseillänge auf den Doupianifels.
Meteora ist auf jeden Fall eine Reise wert und ich könnte mir vorstellen, erneut einen Abstecher dorthin zu machen
Heiko 12.04.-20.04.26

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