Anfang Mitte April versprach der Wetterbericht freundliche Bedingungen. Tom und mich zog es daher wieder in die Schrammsteine. Nach Nachtfrost und Frühnebel klarte es schnell auf und dem Klettervergnügen stand nichts mehr im Wege. Jungfer und Mädel hatten beide einen VIIa AW mit Ausrufezeichen und warteten ebenfalls beide mit beachtlicher Wandhöhe auf.
Los ging es mit dem Einstiegskamin der Jungfer, der mir, als Kaminabstinenzler sogar ziemlich viel Freude bereitete. Sehr schönes Hacke-Spitze und ein klein wenig Geschubber brachten mich auf den Vorgipfel, von dem ich Tom nachholte. Erst einmal sah der Weiterweg doch etwas steiler aus als gedacht. In der Ferne konnte man mit bloßem Auge den Ring kurz unter dem Gipfelkopf erkennen. Eine halbseidene Sicherung in zwei Metern Höhe - mehr war nicht zu holen – versprach kopflastigen Kletterspaß. Da hieß es dann mal wieder, abzuheben und durchzuziehen. Wie am Schrammtorwächter kam aber immer wieder ein guter Griff, wenn man einen brauchte. Diese hörten ab Ring dann leider auf und so durfte der geneigte Kletterer auch nochmal ein paar geneigte Züge zum Gipfel hinaufreiben.
Ein schöner Gipfel! Von dort aus erspähten wir übrigens den im Tale wandernden Holger, den wir durch dezentes Gebrülle und Gewinke auf uns aufmerksam machen konnten.
Das Mädel begann etwas spröde mit einem kaminartigen Pfeileraufstieg, von dem es per Doppelübertritt in die Gipfelwand ging. Auch hier wartete ein Ring und auch hier gab es einen Reibungsausstieg, der jedoch keine größeren Probleme bereitete. Feine Kletterei mit Bombenaussicht!
Für den Eunuchen war es dann schon etwas spät, was dazu führte, dass wir über den Oberen Weg den Schrammtorfreund erstiegen. Ausnahmsweise kletterten wir mal von oben nach unten durch den Schrammtorwächterkamin, traten über und hatten den dritten Gipfel des Tages im Sack. Danke an Holger für den Tip! Abends ließen wir es uns in der Laterne zu Pirna gut gehen und setzten den Ziegenrückenturm auf die sonntägliche Agenda.
Der Sonntag begrüßte uns jedoch mit leichtem Geniesel, sechs Grad und dicken Wolken. Da verging uns gleich der Ziegenrückenturm und wir beschlossen das Wochenende mit Abklettern in die Scharte und zwei Kurztouren auf Hocksteinnadel und den Hocksteinturm im Brand. Nun ja. Fünf Meter Kletterei in glattem Gestein, ohne nennenswerte Höhe- und Tiefpunkte. Kleine Notiz am Rande: Tom durfte den Turm mal vorsteigen, da ich den schon hatte. Wahnsinn! Trotz Ferienende gelangten wir dann, den hohen Spritpreisen sei Dank, in Rekordzeit nach Berlin und freuen uns jetzt schon aufs nächste Mal.
Frank T., 14.04.2026






