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Blick vom KelchsteinNaturwunder,
oder sind drei Abseilachten zu wenig?

Ostern war vorbei und klettern war nicht möglich, da ich mir den Fuß verknackst hatte.
Da aber eine Wunderheilung stattgefunden hatte und Tina Kultur in Köln am Rhein erleben wollte, fuhr ich kurzerhand am Mittwoch Morgen nach Sebnitz,
Der Kopf war zwar noch etwas schwer vom Kegeldienstag, aber herrliches Wetter sorgte im Gebirge für Wohlbefinden.

Die Arbeit im Garten ging gut von der Hand. So dass gegen 17.00 schon die Work-Live-Balance eingeleitet werden konnte. Ab zur Kleinsteinwand und über den Höhlenweg solo auf den Gipfel. So ein Tag so wunderschön …

Auf meinem Hausberg der Kleinsteinwand

Am Donnerstag konnte sich Holger kurzfristig von seiner Familie loseisen, um mit mir in den Affensteinen klettern zu gehen. Wir hatten die Osterferien völlig unterschätzt und bekamen zum Glück die letzten Parkplätze im Nassen Grund ab.
Gemächlich stiegen wir dann zum Gipfel Nummer 1 in den Affensteinen dem Vagabund auf.
Der Alte Weg auf diesen ist eine traumhaft gesicherte IV. Leichter Abstieg in eine Hochscharte,
mit anschließendem Quergang an 4 super Sanduhren vorbei zum Gipfelaufschwung. Ein echter Sternchenweg, den ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Nach diesem Hochgenuss ließen wir den Hallodri links liegen und widmeten uns dem Lorenzsporn. Auf diesem gelangten ich über den Ostweg einer schönen III und Holger über die Südwand, einer ungesicherten V. Die Sonne lachte herzlich vom Himmel und wärmte nicht nur unser Herz.

                                   Auf dem Lorenzsporn

Direkt gegenüber vom Lorenzsporn lockte als nächstes der Lehnwächter. Der Alte Weg ist für die Schwierigkeit VI zu haben und hat einiges zu bieten. Gestartet wurde aus einer Hochscharte direkt neben einer Kiefer mit Wildbienennest. Da zögerte man nicht allzu lang und kletterte schnell los.
Nach einer kurzen Rampe, galt es eine Art Vorblock zu überklettern um im Anschluss zu einen kurzen Riss abzusteigen. Der Riss ist leicht abdrängend, kann aber gehangelt werden und klemmt im oberen Teil sehr gut. Beim Ansteigen hatte sich justamente das Seil verklemmt und ich musste noch ein mal zurücksteigen um es zu lösen. Nach geglückter Befreiungsaktion wurde der Riss bezwungen. Danach geht man laut Kletterführer durch den Berg um an der Talseite zum Gipfel auszusteigen. Durchgehen war mir leider nicht vergönnt, da meine Körpergröße fünfzig Zentimeter überschritt, aber mit Kriechen kam ich gut voran. Im Durchschlupf musste ich mich drehen und etwas verkeilen. Eine ringwertige Sicherung legen um nun den geneigten Nachsteiger nachzuholen. Naja so war der Plan. Das Seil hatte sich indes wieder verklemmt und Holger musste die ersten Klettermeter frei machen. Die spannenden Klettermeter waren dann wieder gesichert möglich. Holger zwängte sich zu mir in den Durchschlupf und übernahm die Sicherung für den weiteren Weg. Kaum war ich los geklettert, stockte abrupt meine Vorwärtsbewegung. Im allgemeinen Kuddelmuddel der engen Durchschlupfsituation hatte ich vergessen meine Standschlinge zu lösen. Zum Glück konnte Holger dieses Problem beheben und ich kam unversehrt am Ausstiegsaufschwung an. Hier noch einmal kräftig zugepackt, Füße hoch angestellt und schwupps ist man oben.

Durchschlupf am Lehnwächter
Holger wurstelte sich dann ebenfalls noch durch das Loch und kam glücklich bei mir auf dem Gipfel an. Ins Gipfelbuch trugen wir uns als Jahreserste ein. Nach kurzer Verweildauer ging es ans Abseilen. Ich wunderte mich noch über Holgers Rucksack der am Einstieg stand. Da hingen doch tatsächlich zwei Abseilachten dran. Auf meine Nachfrage dazu, meinte mein Kletterpartner nur er habe drei Achten dabei, um sie mal zu testen und die er testen wollte, hing an seinem Gurt. Daraufhin staunten wir nicht schlecht, da sich keine Abseilacht mehr an seinem Gurt befand. Höchstwahrscheinlich hatte sich die Acht mit Karabiner beim Rumgewurstel im Durchschlupf unbemerkt verabschiedet.
Wir sind trotz alledem wohlbehalten vom Gipfel runtergekommen und konnten den schönen Klettertag, bei einem Bier, am wohl größten Naturwunder der Sächsischen Schweiz, dem Lichtenhainer Wasserfall Revue passieren lassen.

Naturwunder im Kirnitzschtal
Am Abend ging es für mich dann wieder zurück nach Berlin. Holger hatte noch etwas Quality Time in der Sächsischen Schweiz mit seiner Familie.

08.-09.04.2026

PS: Diese Zeilen wurden beim Flug nach Thessaloniki verfasst. Es geht zum Klettern nach Meteora. :-)

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