KV FDGB

Freunde des Gedoppelten Bulin

Vadder und Sohn Teil 3

Nach einem kletterfreien Jahr im Ausland waren Moritz, einige seiner Freunde und ich ja schon vor gut 6 Wochen in Sachsen. Es war genau das verregnete Wochenende, welches Steffen so treffend in seinem Bericht „Drei Säcke sind noch kein Gipfel“ beschrieben hat, von klettern konnte da kaum geredet werden.

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Ich war also freudig überrascht, als Moritz Anfang Oktober mit der Idee um die Ecke kam vor seinem Studienbeginn noch mal in den Sandstein zu fahren. Gesagt getan, am Freitag, den 05.10. wurde ich mit fertig gepacktem und getanktem Volvo gegen Mittag von Arbeit eingesammelt und los ging es. Da der Fokus auf kurzen Wegen lag, hatten wir uns für den Glasergrund und die Boofe unter dem Krallenturm entschieden, da ich hier noch ein paar Löcher zu stopfen hatte und auch Zettelwege hier auf mich warteten. Wir sind super durchgekommen und so holte ich mir am Freitag noch die Wilde Zacke AW II und den Lochstein AW IV, Moritz hat den Übergangsweg IV auf den Lochsteinwächter souverän gemeistert. Die Sonne ging früh unter und so brach die sternenklare Nacht schon gegen 19:00 Uhr herein. Nach einem super schönen Boofenabend rief dann irgendwann der Schlafsack.

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Der Samstag ging früh aus den Federn und so standen wir gegen 9:30 (vorher zum Auto und neues Parkticket kaufen) am Juliturm AW V den Moritz erklomm. Die Schwarzmühlenspitze haben wir schnell FS geschnippt bevor Moritz die wunderschöne Talwand VIIa* am Kubulus vorgestiegen ist. Stark gemacht, toller Weg auf kleinen Bändern und dank freischneiden auch nicht mehr moosig wie im TT beschrieben. Nun kam meine große Stunde. Ingo hat mir den Arnsteiner Turm AW VIIa* mal auf einen Zettel als Vorschlag geschrieben und nun stand ich davor. Die üblichen Fragen gingen mir durch den Kopf: „Muss das sein?? Ist Angeln nicht auch schön???...“ Lange Rede, gar keinen Sinn, ich bin natürlich trotzdem eingestiegen. Zum Ring ging es ganz gut, ins Loch musste ich mich mit etwas Gewalt reinwurschteln. Da ich dort nichts wirklich Gutes zum Legen gesehen hatte und es auch gar keine Ruheposition für mich gab, habe ich mich dann den Riss hochgeschoben. 2 – 3 Klettermeter höher entspannte sich die Lage, Sicherung legen, Kopf und Füße sortieren und schon war der Gipfel geknackt. Ich fand es schon ziemlich hart, ging aber trotzdem akzeptabel. Danach ging es in abwechselnder Führung wie das Brötchenbacken: Harmoniekopf AW III, Harmonienadel AW III*, kleine Zinne AW I barfuß FS, große Zinne Urlaubsweg III mit Rucksack und die Pagode und die SO-Zinne jeweils AW III zum Nachtisch. Die Talkante der Pagode fällt dann nächstes Mal etwas früher, zu diesem Zeitpunkt waren wir beide schon etwas ausgelaugt, dementsprechend kurz war dieser Abend.

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Sonntag ging es weiter, wie der Samstag endete. Zuerst fiel der Glasergrundwächter AW II und der Bär AW V auf die Schnelle bevor ich die SW-Wand VIIa* des Himmelfahrtsturmes erklomm. Moritz holte sich dann die Glasergrundscheibe ebenfalls über die SW-Wand IV* bevor er den Totenkopf über den !AW V* bezwang. Das Wochenende näherte sich langsam dem Ende. Die Pfeilerkante VI o.U. des Waldwächters habe ich noch gepflückt bevor Moritz die Schöne Nadel über den Neuen Talweg IV** erstürmte. Was zum Abschluss für mich blieb war der Uhustein. Geplant war der AW II, durch leichte Orientierungsschwierigkeiten und mangelnde Brille wurde es dann der Talweg V*, auch gut.

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Ich backe beim Klettern ja bekanntlich kleinere Brötchen und freute ich mich deshalb riesig, dass nach diesem intensiven Kletterwochenende für mich 25% des Gebirges „verbrannte Erde“ sind.

Vielen Dank nicht nur dafür Moritz